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Menschen
Gut gerüstet für das 21. Jahrhundert
Bad Cannstatt verliert mit Thomas Jakob einen „guten Schultes“

„Thomas Jakob wird uns in Bad Cannstatt fehlen“ – das ist die überwiegende Mei nung der Bevölkerung und Geschäftsleute über das Ausscheiden von Bezirksvorsteher Thomas Jakob. Nach siebenjähriger erfolgreicher Tätigkeit im größten Stadtbezirk von Stuttgart wechselte der engagierte Verwaltungsfachmann zum 1. Januar 2014 in „die Autostadt Hockenheim“ als Bürgermeister und erster Beigeordneter. Die letzten sechs Wochen waren für ihn „anstrengend und schön zugleich“, denn er musste „die zahlreichen laufenden Projekte voranbringen“ und an seine Mitarbeiter eine „geordnete Verwaltung“ übergeben. Die Bevölkerung von Bad Cannstatt soll mich „in guter Erinnerung behalten“, so Jakob.

In einem aktuellen Gespräch mit unserer Re-daktion sieht der ehemalige Bezirksvorsitzende seinen Wechsel Anfang 2014 in die „Formel 1 Stadt Hockenheim“ mit einem weinenden und lachenden Auge. „Ich habe Lust auf Verände-rung und will mich nochmals einer neuen He-rausforderung stellen“ so Jakob. Alt-Oberbür-germeister Dr. Wolfgang Schuster hat über 20 Jahre mit Jakob zusammen gearbeitet und weiß, dass sein „ausgleichendes Wesen und das di-plomatische Geschick“ viele Aufgaben gelöst hat. Diese „guten Eigenschaften“ sind bei 18 unter-schiedlichen Stadtteilen von Bad Cannstatt „lebenswichtig“. Auch in der Verwaltung im Bezirksrathaus ist Thomas Jakob „sehr of-fen und aufgeschlossen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgegangen“, so Joachim Küb-ler, Stellvertreter im Amt in Bad Cannstatt. Dabei hat er sicher einen seiner Person entsprechenden „anderen Stil ins Bezirksamt Bad Cannstatt eingebracht“ und hatte stets ein offenes Ohr für die Belange des Personals.

T.Jakob als Bezirksvorsteher: Gern hat er der Bevölkerung Rede und Antwort gestanden

Neben den „guten Kontakten zur Bevölkerung“, so Jakob, war ihm die Entwicklung der wirtschaftlichen Kraft des Bezirks sehr wichtig. Noch im Dezember 2013 hat der Bezirksbeirat die Einrichtung von sieben bis acht „Internationa-len Weihnachtsmärkten“ in den Stadtteilen ab 2014 beschlossen. Diese „pfiffige Idee“ und andere „gute Ansätze der anlaufenden Aktivitäten“ des Einzelhandels sind sehr zu begrüßen. Die nun einzusetzenden „neuen Stadtteilmanager“ werden nicht nur in den Neckar-vororten mit den Gewerbetreibenden eine „positive Wirtschaftsförderung“ betreiben, so Jakob.

Thomas Jakob in seinem Amtszimmer 2006

Das Stadtmarketing ist ein gutes Angebot der Stadt an die Bezirke, das angenommen werden sollte. Von den Markttagen „profitiert der Einzelhandel erheblich“, es ist „Handlungsbedarf“ angesagt, um den autofreien Marktplatz in ein neues Konzept der Altstadt von Bad Cannstatt wieder attraktiv zu gestalten. Dass der Kursaal nun als Bürgerhaus genutzt werden kann, „haben wir schlussendlich dem Engagement von Thomas Jakob zu verdanken!“ so die Vorsitzende Angelika Grupp vom Gewerbe- & Handelsverein Bad Cannstatt. Auch hatte er sich stark gemacht für den autofreien Marktplatz, „der allerdings beim Einzelhandel im Cannstatter Zentrum kritisch gesehen wird“. Der neue Stadtteilmanager für die oberen und unteren Neckarvororte wird gemeinsam mit dem Einzelhandel ein Nutzungskonzept für den nun autofreien Marktplatz entwickeln.

Hans-Peter Fischer, der Vorgänger im Amt von Thomas Jakob meint, dass Jakob „ein um- änglicher Mensch“ sei, an die Cannstatter müsse man sich gewöhnen. Jakob hat sich in das Gemeinwohl des Stadtbezirkes „gut eingefunden“. Die kulturellen Defizite wurden von Jakob hervorragend neu belebt und aktiviert, so Fischer. Einen interessierten und kompetenten Partner für die Kulturszene und gezielt für das Projekt „Theaterschiff Stuttgart“ bescheinigen auch Cordula Polster und Hans Hedrich schon im Jahr 2007 dem scheidenden Thomas Jakob. Mit viel Mühe und unermüdlichem Einsatz hat er uns unterstützt“, um das Projekt umzusetzen. Dank des Einsatzes wurde das Theaterschiff in wenigen Jahren eine „Kult“urstätte in der Stuttgarter Theaterszene, die nicht mehr wegzudenken ist.

Ein besonderes Anliegen war für Thomas Jakob
die kulturelle Bereicherung von Bad Cannstatt. Hier ein Beispiel
Walter Braun vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bund, Stuttgart, war gut vorbereitet, als es zum
ersten "Lokaltermin" am Neckar mit Cordula Polster, der Eignerin und Intendantin des Theater-
schiffs "Frauenlob" und Bezirksvorsteher Thomas Jakob am 07.10.2007, kam.
Hier wird das Theaterschiff anlegen
... stimmt
Ein "nicht erwartetes Innenleben" - einfach gut, überall eine besondere Atmosphäre

Das kkt-stuttgart, langjähriges kommunales und erfolgreiches Theaterprojekt, hat unter der Fe-derführung von Naemi Zoe Keuler das „Kulturnetz Bad Cannstatt“ mit Unterstützumng von Thomas Jakob gegründet. Die sehr rührigen TheatermacherInnen wollen „das Bewusstsein und die Identität der Cannstatter Bürger“ fördern. Eine besondere Kulturstätte ist auch das „D’Göschla – Theater am Wasen“. Es werden in außergewöhnlicher und familiärer Atmosphäre Komödien und Kabarett gespielt sowie Gastauftritte von Kabarettisten und anderen Künstlern geboten.

(Bad) Cannstatt ist 1300 Jahre alt und doch so jung
1300 Jahre Cannstatt, der Faßanstich war erfolgreich

Thomas Jakob: "Auf Bad Cannstatt und die Menschen die hier leben und arbeiten."
Ehrenweinvogt Dieter Zaiß; Thomas Jakob; "Cannstatter Büttel" Wolfgang Pfeffer;
Erster Bürgermeister Michael Föll von links

Viele Jahre haben sie eng zusammengearbeitet

Herr Professor Dr. Manfred Rommel, Oberbürgermeister i.R. von Stuttgart und Bezirksvorsteher Thomas Jakob. Dank bester Beziehungen war im Bezirksrathaus von Bad Cannstatt ein amüsanter Abend angesagt. "Aktuelle Betrachtungen eines alten Schultes" war der Titel seiner humoristischen Vorträge aus alter und neuer Zeit kommunalpolitischer Arbeit. Wer "solches Feuerwerk" bester Darstellung in deutcher Sprache und Hintergründigkeit erleben durfte, wird Manfred Rommel nie vergessen. Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Jubiläum. Direkt zum Humor

Thomas Jakob im Interview mit dem Fernsehen
Thomas Jakob, ein Mensch mit Gefühl für die Situation, das Wesentliche und Stil

Hans Betsch, Vorsitzender vom „Pro Alt-Cannstatt“ Verein hat mit Thomas Jakob „sehr gut zusammen gearbeitet“. Bei der Nutzung des neu renovierten großen Kursaals hat sich Jakob unheimlich großartig“ für die Vereine eingesetzt. Der Kursaal ist nun zu einem Bürgerhaus für die Vereine geworden. Die geplante „Massenvermarktung“ konnte abgewendet werden. Das Bewusstsein, die Jahrhunderte alte Tradition zu bewahren und gleichzeitig den heutigen, sinnvollen Zeitgeist in die Gesellschaft zu tragen, konnte Jakob im Sinn der Bevölkerung einmal mehr durchsetzen. Wenn ein Konzept mit allen Beteiligten gut durchdacht und abgestimmt wird, kann auch eine Großveranstaltung gut gelingen, so Jakob. Die sehr umfangreichen Feierichkeiten im Jahr 2008 zum 1300 jährigen Bestehen von Cannstatt sind ein Beweis einer guten Zusammenarbeit mit allen Bevölkerungskreisen, mit und ohne Migrationshintergrund. Trotz anderer Veranstaltungen waren die international gut besetzten Auftritte der Künstler, unterschiedlichster Couleur, immer sehr gut besuchte Anziehungspunkte. Die zahlreichen Veranstaltungen der Bad Cannstatter Vereine und der Ausländer haben die Bevölkerung zusammen geschweißt. Steffen Kauderer vom ‚Kübelesmarkt‘ weiß, dass sein Verein der Cannstatter Narren "Hüter und Bewahrer guter Tradition und bodenständigen Brauchtums" ist. Bei dem alljährlichen „Rathaussturm“ ist Jakob in seinem Element und „dankt den Narren mit launigen Worten“. Sehr schade ist es, dass Jakob Bad Cannstatt verlässt. „Man weiß nie, was nun nachkommen wird.“

Europäisches Narrentreffen in Bad Cannstatt 2009
"Fuirio dr Neckar brennt"
Schon wieder ein "Faßanstich" - Narren unter sich auf dem Neckar
Narren, so weit das Auge reicht - siehe auch hier direkt
Viele Arbeitsgebiete für einen "guten Schultes"

Die ‚Vereinigten Hilfen Stuttgart e.V.‘ arbeiten seit 1991 für die Menschen. Besonders der Bereich „Leben im Alter“ trifft zunehmend das Interesse und Anerkennung der Bevölkerung. Gründerin und Ehrenvorsitzende Hildegard Göhrum kennt Thomas Jakob schon viele Jahre. Seit Dezember 2008 sind die ehrenamtlichen Helfer im Bezirksrathaus donnerstags zu erreichen. Herr Jakob hat nach seinem Amtsantritt schnell erkannt, dass dieses Dienstleistungsangebot im größten Bezirk von Stuttgart vertreten sein muss.“ Auch die politischen Parteien denken „mit einer Träne im Auge“ an den Verlust von Thomas Jakob.

Irene Bach, engagierte Mitarbeiterin in Bad Cannstatt und Thomas Jakob

Fraktionssprecher der CDU im Bezirksbeirat Roland Schmid sagt, dass Jakob „viele Dinge richtig gemacht“ hat. Die Kultur, so Schmid, sei ihm ein besonderes Anliegen gewesen und dadurch den „kulturellen Nachholbedarf ausgeglichen“. Der Umgang mit Jakob sei immer sehr angenehm gewesen und sein Auftreten stilvoll“. Er hat sich um den Stadtbezirk „wirklich verdient gemacht“, so Schmid. „Nicht immer sehr leicht“, so SPD Bezirksratsmitglied Marcel Schlatterer, kann man mit den Cannstattern umgehen. Durch seine Charakterstärke und die ausgleichende Art hat er aber praktikabel agiert und Kompromisse geschlossen, was Bad Cannstatt zu Gute gekommen ist.

„Es gäbe noch viel zu erzählen“, so der 55 jährige Thomas Jakob, dem Bad Cannstatt, auch als seine Geburtsstadt, sehr am Herzen liegt. Auch ein ganz außergewöhnliches Anliegen an die Verwaltung: Von interessierter Seite wurde angeregt, dass das „Cannstatter Volksfest“ in den Namen „Stuttgarter Volksfest“ umbenannt werden solle. Dank des entschiedenen Einspruchs von Thomas Jakob und der Bevölkerung wird es aber auch in den nächsten 170 Jahren den, “alten, guten Namen“ behalten, so ein Insider. Die Bevölkerung kann sich auch mit Wortbeiträgen in den Ratsversammlungen beteiligen, keine Selbstverständlichkeit. In seiner viel zu kurzen Wirkungszeit für Bad Cannstatt hat sich Thomas Jakob für den größten Stadtbezirk von Stuttgart „nachhaltig eingesetzt, als wenn er der Bürgermeister wäre.“ Sigrid G. aus Bad Cannstatt stellt weiter fest „er wird uns fehlen, er hat uns ein großes und gutes Stück nach vorn gebracht“.

Thomas Jakob vor der neuen, zusätzlichen Eingangstür im "kernsanierten Rathaus":
"Kommen Sie nach Bad Cannstatt, hier finden Sie offene Türen für Ihre Belange."
Siehe auch direkt hier: Artikel Stuttgarter Stadtanzeiger KW 08 / 2014, Seite 2
Bad Cannstatt Digital
Texte / Fotos: wde
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