Michel Friedman hatte Kokain
Vizepräsident des Zentralrats der Juden hüllt sich - noch - in Schweigen
Berlin / Frankfurt (wde) Der Verdacht des Kokainkonsums gegen den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, hat sich erhärtet. Das sagte Berlins Justizsprecher Björn Retzlaff. Der tatsächliche Kokainanteil könne aber nicht ermittelt werden, weil „zu wenig Material“ vorgelegen habe. Bei Durchsuchungen seiner Wohnung und der Anwaltskanzlei wurden drei Tüten mit weißen Pulver-Rückständen gefunden. Seine Moderation der Sendung im Hessischen Rundfunk „Vorsicht! Friedman“ wird vorerst auf eigenen Wunsch von Friedman ausgesetzt.
Präsident Paul Spiegel vom Zentralrat der Juden meinte, das sei die „Privatsache“ von Herrn Friedman. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, wollte ebenfalls seine Meinung kundtun und meinte feststellen zu müssen: "In dem Verfahren wird sich zeigen, wie weit wir in Deutschland von der Normalität entfernt sind, ob Michel Friedman so behandelt wird wie jeder andere auch.“ Korn und andere Interessierte können davon ausgehen, dass jeder Deutsche, bzw. wer die deutsche Staatsbür-gerschaft besitzt, gleich behandelt wird. Auch für Michel Friedman gilt die Unschuldsvermutung bis zu einer möglichen Verurteilung.   Was wollte der Frankfurter Ober-hirte eigentlich damit sagen? ____ Über seinen Anwalt ließ Friedman veröffentlichen, "Zur Sache kann ich mich erst nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft äußern, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sein werden." Das ist sein gutes Recht. Der Anfangsverdacht gegen den 47 jährigen Friedman hatte sich aus den Ermittlungen eines anderen Falles ergeben, wo Friedman aber nicht Betroffener, sondern nur Zeuge sei, meinte Justizsprecher Retzlaff. Ob es sich dabei um den aktuellen Fall eines Menschen- händlerrings handle, den die Staatsanwaltschaft Berlin gerade bearbeitet, wollte er nicht sagen.  
Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman - Fotos: dpa

   
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