Papa, wann darf ich wieder mitspielen?
Präsident Bush: Kanzler Schröder, du böser Bube, mit dir red’ ich nicht
Krakau / St. Petersburg (wde) Kindischer kann es eigentlich nicht mehr werden. Präsident George Walker Bush will zur Zeit nicht mit Kanzler Gerhard Schröder sprechen. Bei seinem aktuellen Europabesuch meinte Bush heute im ehemaligen polnischen Königsschloss in Krakau, die USA bräuchten "die Hilfe, den Rat und die Weisheit" der europäischen Verbündeten. Die tatsächliche Handlungsweise des Präsidenten bei seiner Reise sieht aber ganz anders aus. Schade, dass Präsident Bush nicht eine Woche früher gekommen ist, vielleicht hätte er dann schon von der europäischen Weisheit profitieren können. Was glaubt „Mister Präsident“ eigentlich, ist er der „Übervater“ der Welt oder gar der liebe Gott?
Grund für diese Meinungsver- schiedenheiten sind die unterschiedlichen Auffassungen der Franzosen, Russen, Chinesen und Deutschen zu dem Angriffskrieg der Amerikaner gegen den IRAK, ohne UN Mandat. Mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat Bush in St. Petersburg seinen Frieden in der IRAK-Krise geschlossen, mit dem französischen Präsidenten will er sich auf dem anstehenden G-8-Gipfel versöhnen. Der Handschlag zwischen Bush und Schröder in St. Petersburg war nichts weiter als eine protokollarische Pflicht. Seine US-Sicherheitsberaterin Condole- ezza Rice geht noch einen Schritt weiter und meinte zu dem bevorstehenden Gipfel in Frankreich, dass Bush mit allen Regierungschefs sprechen werde. Für Kanzler Schröder bleibe aber „keine Zeit“. Präsident Bush benimmt sich wie ein kleiner Junge, der mit dem Fuß auf die Erde   stampft – es ist zu hoffen, dass die Europäer dieses merken. _______ Nun kommt der Sommersitz der amerikanischen Präsidenten ins Spiel. Schon immer war es eine „besondere Ehre“, dorthin eingeladen zu werden. Während des zweiten Weltkrieges hatte der damalige amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt den Sommersitz der Präsidenten wieder aktiviert. Unter der Führung seines Nachfolgers, Präsident Dwight Eisenhower, wurde der Sommersitz in „Camp David“ umbenannt. Seit dieser Zeit werden „gute Verbündete“ dorthin eingeladen. Ist das wirklich etwas Besonders? Kanzler Schröder kann darauf gern verzichten. Mister Präsident soll doch einmal nach Deutschland in die „Lüneburger Heide“ kommen. Dort kann er feststellen, wie gut, traditionsreich und wie wertvoll das „alte Europa“ ist. Ob er dann „Weisheit“ erlangt?  
Camp David, der Sommersitz der amerikanischen Präsidenten und die Lüneburger Heide, die Heimat von Kanzler Gerhard Schröder.

   
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