Perverse Kriegsspiele
Die Erdkugel dreht sich zu schnell – Schach der Unvernunft
Washington / London / Madrid (wde) Die Welt steht auf dem Kopf – oder dreht sie sich die Erdkugel zur Zeit nur zu schnell? Im sogenannten Irak-Konflikt muss sich die UNO in den nächsten Tagen entscheiden. Die Regierungschefs der Länder Amerika, England und Spanien wollen den Krieg gegen den Irak. Die Länder Frankreich, Russland, China und Deutschland wollen ihn verhindern. Kriegsspiele und ihre Folgen, um das jeweilige Ziel zu erreichen, werden zur Zeit von beiden Seiten mit hoher Priorität betrieben. Beide Seiten denken aber auch schon an die Zeit nach dem Krieg: Pervers!
Auf der einen Seite werden „Sandkastenspiele“ gemacht um festzustellen, wie der Irak, bzw. die Regierung mit Saddam Hussein am schnellsten von der Macht entfernt werden kann. Dabei soll, nach Aussagen des amerikanischen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, in der ersten Kriegswoche ein Bomben- und Raketenteppich über den Irak gelegt werden. Wen will man da eigentlich treffen? Wer getroffen wird ist aber allen Beteiligten klar, auch wenn es keiner ausspricht. Die Bevölkerung, die an den Meinungsverschieden- heiten zwischen der Familie Bush – oh Pardon den Amerikanern – und Saddam Hussein bestehen, sind die Leidtragenden. Was sind eigentlich die tatsächlichen Kriegsziele?   Auf der anderen Seite gibt es die Gruppe, die bis zum „bitteren Ende“ diesen Krieg verhindern will. Die Einstellung ist zu loben, denn das „Alte Europa“ hat leider viel Erfahrung mit diversen Kriegen und die Folgen für die Bevölkerung. Aber auch diese Politiker glauben in den letzten Tagen nicht mehr so ganz an ihren Erfolg. Darum wird jetzt parallel, mehr oder weniger geheim daran gearbeitet, wie man „ein zerstörtes Land“ Irak, wieder aufbauen kann. Dieses Denken, von beiden Seiten, ist doch krank – Pervers! _________________ Unbestritten ist aber auch, dass der irakische Regierungschef Saddam Hussein kein Bild von einer Menschenwürde hat. Er setzt, auch gegen seine eigene Bevölkerung, schlimmste Mittel ein,  
um seine politischen Ziele zu erreichen. Mit diesem Irak-Konflikt im Jahr 2003 kann aber viel mehr auf der Welt zerstört werden, als es die Bomben und Raketen ausmachen könnten: Die in den letzten Jahrhunderten entwickelte Humanität und der Zusammenhalt der sogenannten „freien Welt“ gerät dadurch ernsthaft in Gefahr. Durch sein Verhalten und mit einem Krieg hätte Saddam Hussein viel mehr zerstört, als es jetzt den Anschein hat. Haben alle Beteiligten noch nie etwas von einem Schachspiel gehört? Ist wirklich jeder Zug durchdacht und auch die Reaktion der Gegenseite? Militärische Macht allein löst das Problem nicht. Es ist zu bezweifeln, das „dieses Spiel“ zu Ende gedacht wurde.

   
zurüch zur Auswahl