Und „er“ bewegt sich doch
Nierensteine wandern, Betroffene auch – an der Wand hoch
Stuttgart (wde) Schon im Eingangsbereich des Diakonissenkrankenhauses (DIAK) in Stuttgart spürt man eine gewisse Wärme und Fürsorge der Mitarbeiter – auch wenn durch den aktuellen Erweiterungsbau „gleich nebenan“ einiges verloren geht. Ehrenamtlich tätige Menschen und Diakonissenschwestern helfen den Besuchern, ihre Ziele im Haus zu erreichen. Dem Patient mit akuten Nierenkoliken interessiert das in erster Linie weniger, trotzdem vermittelt es ein gutes Gefühl auf dem Weg in den zweiten Stock zur „Urologie“. Die Fachärzte dort haben, wie an jedem Tag, viel zu tun. Neben der ambulanten Behandlung stehen Operationen an und mit dem sehr engagierten Pflegepersonal wollen auch die stationär aufgenommen Patienten ihr Recht bekommen. Der „ständig wachsende Schreibkram“, so ein Insider, muss zwar sein, nimmt aber Zeit in Anspruch, die manchmal für die Patienten besser eingesetzt wäre. So hat jeder seine Interessen und doch, so scheint es, ist es eine verschworene, positiv denkende Gemeinschaft dort im zweiten Stock im DIAK in Stuttgart.
Schon der große italienische Mathematiker, Philosoph und Physiker Galileo Galilei stellte Anfang des 17. Jahrhunderts fest: „Und sie bewegt sich doch“. Er meinte damals die Erdkugel und wurde dafür von der katholischen Kirche angefeindet. Heute wird dieses Zitat oft benutzt. Hier soll es „zweckentfremdet“ werden und bezieht sich auf die Nierensteine im Körper der Menschen. Die Steine bewegen sich – manchmal gar nicht und manchmal sehr, sehr langsam. Die dabei auftretenden Schmerzen, so eine Betroffene, kommt gleich nach den Wehen bei der Geburt eines Kindes. Die Mutter von zwei Kindern muss es wissen. Dies ist ein kleiner Erlebnisbericht von einem „Koliker“ (siehe auch „Life is Life“ – „Nehmen Sie am Leben teil“ - „Randgruppen“ – „Wem die Stunde schlägt“). ___________________ So schmerzhaft die Nierenkoliken auch sind, es gibt schlimmere Erkrankungen auf der urologischen Abteilung von Chefarzt Dr. Volker Laible. Mit seinen engagierten Ärzten, Assistenzärzten und dem gut ausgebildeten Pflegepersonal ist die urologische Abteilung ein wichtiger Pfeiler in der ärztlichen Versorgung der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Nierensteinbehandlung bzw. –ent- fernung, über die hier berichtet wird, hat aber auch im DIAK einen wichtigen Stellenwert. Mit modernster medizinischer Technik wird dem Störenfried im menschlichen Körper entgegenge- treten. Die „ESWL - Extracorporale Stoßwellenlithotrypsie“ wird erfolgreich eingesetzt und der Nierenstein soll bzw. wird zertrümmert, um dann auf dem „natürlichen Weg“ den Körper zu verlassen. Wenn der gewünschte Erfolg auch nach dreimaliger   Anwendung immer noch nicht eingetreten ist liegt es nicht an den medizinischen Geräten, sondern an dem „uneinsichtigen, harten Stein“, so ein behandelnder Arzt scherzhaft, dem man sich auch als Patient nur anschließen kann. ___ Viele fleißige und fachlich versierte Hände helfen, dem Nierenstein einen für den Patienten schmerzfreien Abgang zu verschaffen. In der Radiologie (Röntgenabteilung) werden Aufnahmen gemacht, ohne die eine weitere Behandlung nicht möglich wäre. Die beiden MTA Luzie Freihofer und Elisabeth Czyzynski sorgen dort für „klare Verhältnisse“. Danach wird das „ESWL“ gezielt eingesetzt. Im vorliegenden Fall waren die Fachärzte Dr. Marc Armbruster, Dr. Dimitri Rigos und Sven Piesche die „Schützen“ bzw. behandelnden Ärzte. Mit viel Einfühlungsvermögen wurde z.B. schon bei der Eingangsunter-suchung von Dr. Armbruster festgestellt, dass sich nicht nur in der rechten Niere ein Stein festgesetzt und die akuten Koliken ausgelöst hatte, sondern auch in der linken Niere „schlummert“ ein noch größerer Stein. __________ Im Pflegebereich - wirklich keine leichte Aufgabe – hält in der Urologie im DIAK Stuttgart Schwester Jutta Maier als Stationsschwester die Hände schützend vor ihre Patienten. Ihr zur Seite stehen weitere Fachkräfte, hier sei nur stellvertretend Hanna Salzer, Hartmut Heckel - ein „Urgestein“ des DIAK - und Klaus Schäfer genannt. Auch die Raumpflegerinnen, angeführt von Meret Haggi, sind ein wichtiger Teil zum täglichen Erfolg der engagierten Abteilung. ________ Besonderen Wert legt das DIAK in Stuttgart auch auf die Aus- und  
Immer einen echten Blumenstrauß in der Eingangshalle im Diakonis- senkrankenhaus in Stuttgart und ein freundliches Wort für Patienten und Besucher. Foto: wde _________ Weiterbildung. Für die Kranken- pflegeschülerin Ilona Rägle, im vierten Semester von sechs im DIAK aktiv, war es „schon immer klar“, dass sie in einem pflegerischen Beruf arbeiten möchte. Die excelente Weiterbildung und die Möglichkeit, auch nach einem Wechsel zu einem anderen Krankenhausträger, inclusive eines Auslandsaufenthaltes, wieder an das „Mutterhaus“ zurückkehren zu können, veranlasst viele junge Menschen, im DIAK eine Ausbildung anzustreben und durchzuführen. Das Diakonie-Klinikum Stuttgart ist in den letzten 147 Jahren u.a. für die kranke Bevölkerung aktiv gewesen. Diese Verpflichtung aus der Vergangenheit werden die Verantwortlichen auch in Zukunft wahrnehmen. Die „Weichen“ sind dafür gestellt. ________________ Unser „Koliker“ wird in ca. vier Wochen erneut ins DIAK gehen – da war doch noch was?!

   
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