Ein ernster Mann für eine ernste Zeit
Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber will, dass die Wähler „vergessen“
Berlin (wde) Erste Eindrücke über den bevorstehenden Bundeswahlkampf hat Michael H. Spreng in der Talkrunde “halb 12” im ZDF mit Ruprecht Eser geliefert. Der persönliche Wahlkampfmanager von Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) baut u.a. auf das Kurzzeitgedächnis der Wähler. In einer Woche, so der langjährige politische Journalist, hat die Bevölkerung “längst vergessen”, was Edmund Stoiber gesagt hat. Er bezog sich dabei auf das Interwiev im ARD von Sabine Christiansen mit Edmund Stoiber in der Sendung vom 20. Januar 2002. Es sei “unangemessen”, so der Medienmann, den nicht sonderlich gelungenen Auftritt des Kanzlerkandidaten “weiter zu besprechen”. Jetzt müssen die freien und mündigen Wähler erst recht besonders darauf achten, was der CSU-Mann im Wahlkampf sagt. Manager Spreng wird wohl dann jeweils zu gegebener Zeit richtigstellen, was der Kanzlerkandidat gesagt und was er tatsächlich gemeint hat.
Das die Medienpräsenz ein wichtiger Bestandteil des Wahlkampfes sein wird, meinte auch Jürgen Leinemann. Der 'Spiegel'-Journalist und exzellente Kenner der bundesdeutschen Politszene stellte fest, dass Gerhard Schröder sich „besser“ im Fernsehen darstellen könne. Die Inhalte, so der Spiegel-Mann, müssen aber bei beiden Kandidaten noch mehr herausge- arbeitet werden. Zur Zeit sei alles noch sehr „undeutlich“ und die „Kompetenz“ müsse noch mehr rausgestellt werden. In der ZDF Sendung „Berlin Mitte“ mit Maybrit Illner am 17. Januar 2002, war der Kanzler „sehr präsent“, so der Politexperte. _________________ Ruprecht Eser konfrontierte den Wahlmanager der CSU mit dem Satz: „Ein ernster Mann zu einer ernsten Zeit“ und spielte dabei auf eine Aussage von Spreng für Edmund Stoiber an. In zehn Tage nach seiner Nominierung, so Spreng, habe Edmund Stoiber die „Kompetenz von Gerhard Schröder   überholt“. Das Klima und der Meinungswechsel seien positiv für Edmund Stoiber festzustellen. Ein „klares und scharfes Profil“ über die Möglichkeiten von Edmund Stoiber wird noch herausgearbeitet, dabei soll die „Kompetenz von Edmund Stoiber“ deutlich werden. Die sogenannte Kompetenz von Stoiber war ein oft gebrauchtes Schlagwort von Spreng. Nun muss der Kanzlerkandidat der CDU/CSU beweisen, dass sein Wahlmanager nicht zu viel versprochen hat. Leinemann machte auf die steigenden und sehr rasch auch wieder fallenden Sympathiewerte aufmerksam. Die von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) angekündigten TV-Duelle, zwei Sendungen sind angestrebt, werden wahrscheinlich erst in der sogenannten „Endphase des Wahlkampfes“ stattfinden. Auf die fachliche und medienwirksame Präsenz der Kandidaten darf gespannt gewartet werden.  
Michael H. Spreng hat noch gut lachen bei seiner Nominierung als Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber (CSU) für den diesjährigen Bundestagswahlkampf _________ Foto: dpa

   
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