Trittbrettfahrer, eine ganz miese Sache
Tatsächliche Milzbrandgefahr wird skrupellos ausgenutzt
Washington / Berlin (wde) Eine ganz miese Angelegenheit, die man in gar keinem Fall entschuldigen kann, sind die Briefe mit Milzbrand ähnlichen Substanzen, wie sie in den heutigen Tagen an Behörden und Einzelpersonen in Deutschland verschickt werden. Nach dem verheerenden Terrorakt vom 11. September d.J. in New York und Washington ist das eine weitere unvorstellbare Infamie des mensch- lichen Gehirns. Die tatsächliche Gefahr von Milzbrandanschlägen wird von Menschen, die Frage ist ob man sie so bezeichnen sollte, in abscheulicher Art und Weise ausgenutzt. Was treibt diese besondere Spezies um, solche zusätzliche Belastung für die Bevölkerung und die Fachbehörden zu schaffen? „Was passiert heute?“ denkt mancher unbescholtene Bürger, wenn er morgens aufwacht.
Unter einem Trittbrettfahrer hatte man noch vor 55 Jahren eine andere Vorstellung. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es tatsächlich solche Menschen. Die waren aber in Not und unterwegs mit der Bahn. Sie „hingen“ zu Hunderten an den Eisenbahnwagen auf den Trittbrettern, weil die Züge übervoll waren. Heute muss man leider feststellen, dass es immer noch Kreaturen gibt, die nichts, aber auch gar nichts gelernt haben. Was sollen diese Attacken? Gibt es in den heutigen Tagen nicht genug andere Sorgen? Schon der Gedanke an eine solche Tat lässt einen grausen. ________________ In Amerika ist die Gefahr von Milzbrandanschlägen leider zur Gewissheit geworden. Teile des amerikanischen Kongresses sind geschlossen worden, das Abgeord- netenhaus wurde komplett   gesperrt. In Miami z.B. und bei 31 Mitarbeitern des demokratischen Senatsführers Tom Daschle und weiteren Menschen sind die Erreger positiv nachgewiesen worden. Diese sogenannten „Anthrax-Spuren“ sind in unterschiedlicher Wirkungsweise festgestellt. Bis her galt der Einsatz von sogenannten „Bio-Kampfstoffen“ als Tabu. Die unterschiedlichen Erreger können durch Hautkontakt, über die Atemwege und durch den Genuss von Fleisch übertragen werden. Bei einer Früherkennung ist der Erreger aber durch Antibiotika erfolgreich zu besiegen. ___________________ Das Verschicken mit äußerlich ähnlicher Substanz wie die wirklichen Milzbranderreger hat schon einige Wirtschaftszweige, wie zum Beispiel die Post, lahm gelegt. Ein zusätzlicher Schaden, der in die  
Seuchenexperten haben zur Zeit viel Arbeit. Foto: dpa ________ Millionen Deutsche Mark geht. Entgegen einigen Veröffentlichun- gen sind aber auch in Deutschland genügend Antibiotika vorhanden. Hamsterkäufe können aber unterbleiben, weil in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden muss, der dann das richtige Antibiotika feststellen kann.

   
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