Macht, Ohnmacht liegen nah’ beieinander
Abhängigkeiten der Medien, Politiker, Prominenz dürfen nicht unterschätzt werden
Bad Cannstatt (wde) Zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegen oft Welten, wenn es um das Zusam- mentreffen zwischen Medienvertretern, den Politikern und der Prominenz und denjenigen geht, die gern dazugehören wollen. Es liegt in der Natur der Sache, daß auf beiden Seiten die Interessenlage sehr unterschiedlich ist und die Perspektiven nicht übereinsstimmen können. Der Einfluß der Betrof- fenen über die Journalisten, aber auch die Macht dieses Berufsstandes über die Menschen im „öffentlichen Leben“ ist gewachsen. Abhängigkeiten entstehen. Beide Gruppen sind aufeinander angewiesen, im positiv verstandenen Sinn, es muß aber darauf geachtet werden, dass daraus nicht „Meinungsmache“ entsteht und die Bevölkerung damit gesteuert wird. Werbung und Journalismus haben nichts miteinander zu tun. Durch den enormen Druck der Medien untereinander immer „das Neueste“ zu berichten, werden viele Themen kurzfristig hochstilisiert, eine tiefergreifende Bericht- erstattung bleibt da meistens auf der Strecke – es gibt aber auch positive Beispiele.
Heute wird der Begriff „Medien“ zu oft allgemein verwendet und man meint damit die ganze Breite der Informationsflut. Diese Verallgemei- nerung wird der Vielfalt der Angebote und den Menschen die dahinter stehen allerdings nicht gerecht. Zugegebener maßen gibt es einige Journalisten, die ihre „Berufsehre“ manchmal vergessen und damit beweisen, daß sie nicht souverän mit den ihnen anvertrauten Informationen umge- hen können und wollen - das ist aber die Ausnahme. ____________ Bei der sogenannten „schreibenden Presse“ zum Beispiel, auf Neudeutsch die Printmedien, gibt es Journalisten und Fotographen; die „Fernsehmacher“ haben nicht nur Redakteure sondern auch Kameraleute. Und dann gibt es noch die Leute „vor Ort“, die „Schreibtischtäter“ und die vielen ungenannten Damen und Herren, die für das Erscheinen einer Zeitung, eines Magazins oder einer Fernsehsendung arbeiten und jeweils auf ihrem Gebiet Verantwortung tragen. ________ Die „neuen Medien“ dürfen auch nicht unbeachtet bleiben. Das Internet und alles was damit   zusammenhängt wird die Welt verändern – es liegt an den Menschen und besonders an den politisch verantwortlichen, daß diese Entwicklung auch zum Wohl des Einzelnen dient. Das Individuum muß zwingend erhalten bleiben. Fast keine Berufsgruppe ist in den letzten Jahren so gewachsen wie die „Presselandschaft“ im allgemeinen, nicht nur in Deutschland. Neue Magazine, Zeitungen, Illustrierte, die vielen privaten Fernsehanstalten dürfen natürlich auch nicht vergessen werden. Alle wollen und müssen berichten und immer das Neueste bringen – eine selbstge- stellte Aufgabe, die Probleme im Detail bringt aber nicht auf die Qualität verzichten sollte. _______ Zu den „besten Sendezeiten“ möchten alle gern ins Fernsehen, die Titelgeschichte einer Zeitung oder eines Magazins ist ebenfals sehr gefragt. Die Journalisten „vor Ort“ müssen dafür aber oft stundenlang warten und hoffen, daß sie dann eine inhaltsvolle Stellungnahme bekommen. Oft sind die Aussagen dann aber nichtssagend. Oder nach einem langen Warten geht der Politiker / Prominente einfach weiter.  
Da wird die Ohnmacht der Pressevertreter und die Macht der „Öffentlichen“ schnell deutlich. Im umgekehrten Sinn wird die notwendige „Pressefreiheit“ dann auch wieder, oft schamlos, ausgenutzt. Ein wechselseitiges Spiel ohne Gewinner, jeder macht „seine“ Arbeit. _______________ „Nichts ist älter als die Zeitung von gestern“, sagt ein geflügeltes Wort. Durch diese Vorgabe geraten die Medien in Zeitdruck, der von den Politikern und Prominenten nicht selten ausgenutzt wird. Die Medien, und zwar alle, werden in der Zukunft noch eine größere Verantwortung in der zunehmenden Informationswelt haben. Das Selbstverständnis des Berufsstandes muß von manchen Journalisten neu überdacht werden. Die Damen und Herren im „öffentlichen Leben“ sind ebenfalls aufgerufen, sich Ihrer Macht und Ohnmacht bewußt zu werden, nicht nur vor Wahlen oder wenn ein neuer Film ercheinen soll. Es gibt, leider, noch Menschen, die glauben alles was sie zu lesen, hören und sehen bekommen. Auch diesen Menschen – weltweit - müssen alle Beteiligten Rechnung tragen.

   
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