Die Reputation – ein Ansehen ohne Ansehen
Eine Überbewertung hemmt die persönliche Freiheit des Einzelnen
Bad Cannstatt (wde) Jeder Mensch wirkt nach „außen“ – ob ihm das gefällt oder nicht. Schon als Kind, im Familienkreis, unter Freunden und Bekannten und natürlich auch im Berufsleben. Als ein „gutes Ansehen einer Person“ definiert ein Lexikon aus dem Jahr 1912 das Wort Reputation. In der heutigen Zeit, wenn überhaupt, sieht man auch diesen Begriff etwas differenzierter, er wird hauptsächlich noch im Berufs- bzw. im „öffentlichen Leben“ benutzt. Bis zum vorherigen Jahrhundert wurde, aus heutiger Sicht, zu oft gedacht: „Was meint der Nachbar/Geschäftspartner von mir?“ Ein fataler Irrglaube der damaligen Gesellschaft. Manches Familienschicksal blieb hinter verschlossenen Türen verborgen, damit „Die Reputation“ nicht gefährdet wurde. Damals wie heute eine klare Beschneidung der persönlichen Freiheit. Eine offene, freie und auf gegenseitige Achtung aufgebaute Erziehung der jungen Menschen bringt heute die Voraussetzung dafür, dass jeder seine Reputation aufbauen kann die nicht einschränkt und doch sein individuelles Leben unterstützt.
Das „Ansehen“ einer Person in seinem persönlichen und berufli- chen Umfeld hängt nicht nur vom individuellen Verhalten des Einzelnen ab, sondern auch davon, wie ihn „die Anderen“ sehen. Das bedeutet, weil jeder Mensch eine persönliche Meinung hat, dass es auch genau so viele Reputationen von jedem Einzelnen gibt. Das mag überraschen, gibt aber die tatsäch-liche Situation optimal wieder. __ Wie erlangt man nun eine Reputa- tion - oder benötigt man gar keine? Nur durch das eigene persönliche Verhalten wird „man“ beurteilt; ganz bestimmt nicht dadurch mit wem man sich trifft und mit wem man privat oder beruflich Kontakt hat. Entscheidend dabei ist nur, wie man sich seinen Mitmenschen gegenüber verhält. Nur das sagt etwas vom eigenen Charakter aus, das merken auch „die Anderen“. Dazu kommt ein nicht zu vernachlässigender Gesichtspunkt: Was denke ich von mir selbst? Wie möchte ich „gesehen“ werden?   Eine „innere“ ausgeglichene Repu- tation ist mehr Wert als jede Meinung von außen. Dabei darf und soll nicht übersehen werden, daß es für manche Lebensbereiche not- wendig ist, wenn eine gute Reputation angenommen wird. __ Wenn man z.B. „keine“ Reputation hat, muß das nicht sofort negativ sein. In der heutigen Zeit wird „der Mensch“ seinem Umfeld gegenüber oft gleichgültig und kümmert sich nur um seine Belange. Eine Entwicklung, die wirklich sehr bedenklich ist. Wer bewertet und vergibt aber diese Kriterien und wie geht man persönlich damit um? Jeder Mensch hat eine eigene Meinung und das ist auch sehr gut so. Hat man schon eine schlechte Reputation wenn man sich – nach Meinung der Anderen – nicht mit „Seinesgleichen“ abgibt? Was sind das eigentlich „Seinesgleichen“? Oder hat man für sich entschieden und gibt innerlich nur „den Anderen“ die Verantwortung für sein eigenes Handeln?!  
Jeder Mensch sollte für sich einmal in Ruhe darüber nachdenken, was für ihn persönlich eine Reputation bedeuten kann. In allen Lebenslagen immer nur nach der Meinung „des Anderen“ schauen und sich entsprechend verhalten ist nicht nur unmöglich, sondern schon im Ansatz falsch gedacht. Wenn man seine religiösen und staatlichen Gesetze befolgt und sich dann auch noch „menschlich“ benimmt, findet man ganz sicher seinen „Seelenfrieden“, hat dann zwangsläufig eine gute Reputation und die Beachtung seiner Mitmenschen. Denn eines ist trotz aller Diskussionen schon seit Menschengedenken klar: Jeder braucht Halt und Anerkennung im gesellschaftlichen, im beruflichen und natürlich auch im privaten Bereich. Man muß aber auch selbst etwas dafür tun.

   
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