Für eine neue Zukunft entschieden
Von Sachsen-Anhalt nach Baden-Württemberg ohne Reue
Bietigheim-Bissingen (wde) Seit März 2000 leben und arbeiten Stefanie Katerbau und Sven Reichardt in Bietigheim-Bissingen, Baden-Württemberg. Eine Entscheidung, die sich die beiden jungen Leute nicht einfach gemacht hatten. „Sehr bewusst“, so die 24 jährige, hat sie sich mit ihrem 26 jähriger Freund für diesen doch so grundlegenden Schritt vorbereitet. Für einen beruflichen und privaten Neuanfang „in den alten Bundesländern“ gab es aus ihrer Sicht keine sinnvolle Alternative. Beruflich und geographisch, so Stefanie Katerbau, müssen ihre „Landsleute noch mehr flexibel werden“, das gelte gerade auch dann, wenn sie „in der Heimat bleiben wollen“.
Viele Gespräche mit den Eltern und Freunden in Roßdorf bei Stendal waren vorausgegangen, bevor die Entscheidung gefällt wurde. Wenn man noch jung ist, so Sven Reichardt, noch kein Haus und keine eigene Familie habe, müsse man „dort hingehen, wo die Arbeit ist.“ Ergänzend meint Stefanie Katerbau zu der gemeinsamen Vorgehensweise: „Wir haben uns wirklich einen Kopf drüber gemacht.“ Die Eltern waren mit den Plänen einverstanden, auch wenn die Entfernung recht groß ist und man sich jetzt nur drei bis vier mal im Jahr sehen kann. Über das Internet sind die ersten Kontakte geknüpft worden, die dann in Baden-Württemberg zum Erfolg führten. Sven Reichardt ist von Beruf Techniker mit Schwerpunkt Verkehrstechnik im Eisenbahn- betrieb. Er wurde, wie so viele andere vor und nach ihm, „abgewickelt“ von der Deutschen   Bahn AG. „Ich habe dann selbst die Initiative ergriffen“, so Reichardt, und sich zum CAD-Fachmann umschulen lassen. Heute arbeitet er als CAD Zeichner bei einer Firma für Ladenbaueinrichtungen. Stefanie Katerbau ist gelernte Friseurin, sie arbeitet heute als Fachberaterin im größten Einrichtungshaus von Baden-Württemberg. Zur Zeit der „Wende“ waren die beiden jungen Leute 12 und 14 Jahre alt. Den damaligen Wechsel in die Marktwirtschaft haben sie bewusst nicht mitbekommen. Jetzt, wo sie für sich selbst verantwortlich sind, wollen sie sich „etwas neues aufbauen“. Natürlich ist auch „ein höherer Lebensstandard“ erstre- benswert, aber „man muss auch selber etwas dafür tun“. Heute könne man nicht „auf der Stelle bleiben“, sondern sich den Gegebenheiten anpassen. Eine spätere Rückkehr in ihre Heimat ist nicht ausgeschlossen. Das Ziel war  
Foto: privat - - - - - - - - - - - - - - - Stefanie Katerbau und Sven Reichardt in Bietigheim-Bissingen. ____________________________ und ist eine Arbeitsstelle zu haben, jeder müsse diese Entscheidung für sich beantworten. Das gemeinsame Urteil nach einem guten Jahr: „Uns geht es hier sehr gut, wir haben den Schritt nicht bereut.“

   
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