Musik ist eine Himmelsmacht
Jede Generation hat ihre Noten, Ansichten und Gefühle
Bad Cannstatt (wde) Musik, in welcher Form auch immer, gab es schon bevor auch nur ansatzweise „der Mensch“ die Erde bevölkert hatte. In der heutigen Zeit ist die Musik nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Die Unterscheidung der Musikrichtungen in E-Musik (ernste Musik) oder U-Musik (Unterhaltungsmusik) ist nur eine wirklich sehr verkürzte Darstellung der sich in den Jahrtausenden herausgearbeiteten Musikformen. Instrumentenbau, Komponisten, Konzerte, Solo- gesang, Musikstile und vieles mehr haben sich entwickelt. Die Musik, nur gehört oder selbst interpretiert, ist eine Bereicherung für die Menschen in ihrer täglichen Arbeit und Freizeit. Aus heutiger Sicht werden mit einer Musikrichtung auch Gefühle, Ausdruckskraft und Lebensansichten mitgeteilt. Die Musikgeschichte ist ein umfassendes Feld.
Schon sehr lange bevor es Menschen auf unserer Erde gab, war die Musik gegenwärtig. In der Tierwelt waren es zum Beispiel die Vögel, die „musizierten“. Die menschliche Stimme diente nicht nur zur Verständigung untereinander, sondern auch um sich mit der Geisterwelt zu verständigen. Blas- , Saiten- und Schlaginstrumente wurden in prähistorischen Zeiten aus natürlichen Materialien gefertigt. Holz, Knochen, Häute und Sehnen kamen u.a. zum Einsatz. Bei der Entstehung des Christentums, egal welcher Ausprägung, wurde die Musik sehr gepflegt. Die Klöster und das Rittertum waren Kern der Musik, die sich daraus in die ganze Welt verbreitete. Im deutschsprachigen Raum war Walther von der Vogel- weide der bekannteste „Komponist“ und Minnesänger. _____________ In der „Renaissance“, der Wiederbelebung des geistig und kulturellen Lebens im 15. und 16. Jahrhunderts, waren es vor allem die Fürsten- und Königshäuser, die „Musik“ weiterentwickelt haben. Die erste Notendruckpresse wurde im Jahr 1498 erfunden und leitete die musikalische Kommunikation zwischen den Menschen ein. Das „Barockzeitalter“, 17. und Beginn 18. Jahrhundert, brachte eine Blütezeit der Musik durch großzügige Förderung der aristokratischen Welt. Der Instrumentenbau wurde zu einer hohen Kunst und inspirierte die Komponisten zu neuen großen Werken. Zu der Zeit wurde auch die Klangfarbe (heute Sound genannt) entwickelt. Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel   waren bedeutende Komponisten. Die sogenannte „Wiener Klassik“ entwickelte sich aus dem Gedankengut, sich in Europa nach der französischen Revolution im Jahr 1789, eine bessere Gesellschaftsordnung aufzubauen. Mit musikalischen Mitteln wurde ein zusätzlicher Weg in die Zukunft geschaffen. Die Komponisten Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart waren herausragende Künstler. Nach der Zeit vom „Wiener Kongress“ (1814) begann eine Flucht in das häusliche Privatleben. Die Abkehr vom politischen Alltag war überdeutlich und die Nationen in Europa wurden sich ihres kulturellen Eigenlebens bewusst. In der Musik war das die Zeit der Biedermeier und Romantik. Phantasievolle und stimmungsgeladene Musik sowie technische Verbesserungen des Instrumentenbaus und der Beginn des Konzertwesens war der Ausdruck dieser Zeit. Bedeutende Komponisten dieser Epoche waren Franz Schubert, Friedrich Smetana, Guiseppe Verdi und Richard Wagner. ____________________ Die „moderne Musik“ beginnt mit dem Impressionismus, einer Naturzuwendung und ist der letzte Ausläufer der Romatik. Ungewohnte Klangfarben zeichnen die Musik aus. Claude Debussy und Maurice Ravel sind Vertreter dieser Richtung. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Expressionismus. Die großen Errungenschaften der Technik (Auto, Radio, Telefon), bewirkten auch in der Musik ein Umdenken. Häufige Taktwechsel, dynamische  
Musik ist eine Himmelsmacht – jede Zeit hat ihre berechtigten eigenen Bedürfnisse und Ausprägungen. ____________________________ Gegensätze, grelle Klangfarben und „schräge“ Harmonien wurden Ausdruck dafür. Carl Orff, Igor Strawinsky und Richard Strauss sind Komponisten dieser Zeit des Umbruchs. Die Zwölftonmusik wurde entwickelt, hat sich aber nicht wirklich durchgesetzt. _________ Der Jazz hat seine Wurzeln im Spiritual und dem Blues. Spirituals sind religiöse Erzählungen der schwarzen Bevölkerung von Nordamerika, worin sie die tatsächlichen Probleme aus ihrem täglichen Leben ausdrücken. Bekannte Interpreten sind Mahalia Jackson und das Golden Gate Quartett. Im Blues werden die volkstümlichen Lieder der Negersklaven vorgestellt. Der wehmütig - melancholische Charakter der Musik entsteht durch das langsame Tempo. Die jetzige Zeit hat mit der Ausprägung vom Musical, Chanson, Schlager und der Volksmusik wieder eigene Formen und Interpretationen gefunden. Musik – eine Himmelsmacht die lebt und sich weiter entwickelt.

   
zurüch zur Auswahl