Dramatische Oper in Bad Hersfeld
Die Kompagnie ist bestens aufgestellt – Die Dramaturgie nicht ausgereift
Die Bad Hersfelder Festspiele, seit nun mehr 65 Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Kulturszene und weit darüber hinaus, haben die derzeitige Diskussion um die Opernfestspiele nicht verdient. Nicht nur als Außenstehender gewinnt man den Eindruck, dass alle Beteiligten dabei sind, sich selbst und ihre herausragenden Leistungen für Bad Hersfeld und das Land Hessen, zu demontieren! Unbenommen davon, dass die Festspiele in den genialen Mauern der Stiftsruine herrliche Inszenierungen mit großen schauspielerischen Leistungen erleben konnten, gehören jetzt auch die Opernfestspiele zu Bad Hersfeld wie zum Beispiel das Lullusfest. Keiner der Verantwortlichen, da bin ich sehr sicher, will auf die Opern- und Konzertveranstaltungen verzichten. Aber erst zerstören, dann neu aufbauen – das gilt nicht mehr im Jahr 2015. Auch ein „Königsmacher“ ist hier nicht gefragt, sondern den reichlich vorhandenen Sachverstand in den künstlerischen, finanziellen und organisatorischen Bereichen im Sinn der Gesamtaufgabe zu bündeln. Gibt es keinen kompetenten, „neutralen Kopf“, der alle Beteiligten an einen Tisch holt?! Die „alte und neue Zeit“ muss dabei gleiche Berechtigung haben und auf Augenhöhe verhandeln. Das geht, auch jetzt noch. Weglaufen oder wegducken ist kein Lösungsansatz für eine gemeinsames Zukunft – falls man dieses Ziel überhaupt anstrebt.
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Es ist und bleibt unbestritten, dass Herr Professor h.c. Siegfried Heinrich in den verschiedensten Bereichen und Funktionen die Opernfestspiele in Bad Hersfeld dahin gebracht hat, wo sie heute stehen. Auch der Arbeitskreis für Musik (AfM) hat seinen herausragenden Beitrag dazu jahrzehntelang geleistet. In seiner Presseerklärung vom 28.07.2015 schreibt der AfM, dass die „Opernfestspiele Wedels Alleinvertretungsanspruch zum Opfer fallen" - das glaube ich nicht. Schlagworte werden schnell benutzt, kennt man auch die zu Ende gedachte, wahre Bedeutung?! Es gibt immer einem Weg, auch jetzt noch. Haben die offensichtlichen „Kontrahenten“ noch nie etwas von Verhandlungen gehört – das gilt für alle Beteiligten. Mit einer gesunden Diskussionskultur kann hier sehr viel erreicht werden, das wissen alle. Natürlich gilt das auch für den neuen Intendanten der Festspiele, Herr Dieter Wedel. Sehr erfolgreiche Regie führen in herausragenden Filmen und auf der Bühne mit Strukturen, die man von Beginn an noch selbst steuern und realisieren kann ist etwas anderes, als in eine gestandene und gewachsene Kur- und Festspielstadt zu kommen. In Bad Hersfeld lebt das richtige Leben in allen gesellschaftlichen Bereichen, nicht immer reibungslos, nicht   immer einer Meinung aber immer miteinander für die Stadt. Bad Hersfeld ist kein Filmset, keine Bühne, keine Spielwiese und schon sehr lange keine Provinz. Die Festspiele sind nicht der Ort, wo man annehmen könnte, dass gekränkte Eitelkeiten die Überhand gewinnen dürfen. Es geht in dieser Auseinandersetzung nicht um Befindlichkeiten, auf welcher Seite auch immer. Auch nicht um mögliche Vertragsbestandteile zwischen der Stadt Hersfeld und Herrn Wedel. Man kann alles ergänzen und anpassen ohne dass man „sein Gesicht verliert“, übrigens eine dumme Anmerkung, die leider Raum gegriffen hat. Es geht um die Zukunft von Bad Hersfeld als Festspielstadt, um die gemeinsame Weiterführung im Sinn für die gewachsenen Festspiele in 65 Jahren. Es geht auch um die vielen Tausend Besucher die immer wieder gern die Stiftsruine besuchen. Als Außenstehender kenne ich nicht alle Details, aber als ich im Jahr 1967 das erste Mal in der Stiftsruine war und König Lear mit Ewald Balser und Volker Lechtenbrink in WAS IHR WOLLT sah, war ich sehr stolz, in Bad Hersfeld zu leben und zu arbeiten Stuttgart, 21.08.2015 --- Walter Diedrich Ebers Internet: www.welt-der-erlebnisse.de - Email: wde@wde.de  
Und immer, immer wieder geht die Sonne auf, nicht nur in Bad Hersfeld. --- Professor h.c. Siegfried Heinrich; Die Stiftsruine; Dr. Dieter Wedel --- Quelle: Oper Hersfeld, Sven Teschke, Büdingen; Hersfelder Zeitung

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