Papst Benedikt XVI. und die Besserwisser?
Grundsatzfragen und die Meinung der Kirchen, der Fachleute und Politiker
Rom/Stuttgart (wde) „Jeder hat eine Meinung - laß' sie ihm, denn jedes Ding hat zwei Seiten und Deine muß nicht die richtige sein.“ Dieser Satz aus dem Jahr 1981 sollte öfters von den handelnden Personen aus allen Bereichen des Gesellschaftslebens bedacht werden. Bei der derzeitigen Diskussion in Deutschland über die Entscheidung von Papst Benedikt XVI, die Exkommunikation der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft zurück zu nehmen, sind viele Wortmeldungen unverständlich. Die Meinungsbildung dazu in Gesellschaft, Kirche und Politik ist zu großen Teilen sehr überzogen und wird trotz besseren Wissens gegen den Papst verwandt. Noch ist die Entscheidung des Papstes zu Gunsten aller vorherigen Privilegien gar nicht rechtskräftig, die Pius-Bruderschaft muss noch einige Prüfungen und Aussagen im Sinn der katholischen Kirche vollziehen. Ein bestürzter Christ: „Hauptsache gemeckert, aber keine Ahnung von kirchlich rechtlichen Abläufen – oder doch?!“
Die Erzkonservativen und die Fortschrittlichen in der katholischen Kirche, auch in der evangelischen, der Zentralrat der Juden in Deutschland und andere „Berufene“ melden sich qualifiziert oder nicht, zu Wort. Bei allem Verständnis über das Unbehagen durch den Briten Richard Williamson aus der Pius-Bruderschaft, einem offenen Holo- caust-Leugner, und seinen Mitstrei- tern, werden Ursache und Wirkung einmal mehr durchgeschüttelt. Es geht ursächlich bei der Diskussion darum, wie sich die Pius-Bruder- schaft verhalten hat und jetzt verhält und nicht darum, ob Papst Benedikt XVI je den Holocaust bestritten oder gar verleugnet hätte. Diese oft unterschwelligen Redebeiträge sind geradezu „eine Frechheit“, so ein Betroffener: „Was wäre, wenn Papst Johannes Paul II diese humane Geste eingeschlagen hätte? Gebe es dann in Deutschland auch so viel Gerede? Papst Benedikt XVI ist jetzt Papst und erst in zweiter Linie Deutscher.“ ___________________ Besonders bei den Politikern, hier Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, muss man an ihrer Zuständigkeit und Kompetenz zweifeln. Ihre Äußerungen sind wirklich unangebracht. Die Bundeskanzlerin meinte bei einem Pressegespräch am 3. Februar d.J. in Berlin, „... es geht hier darum, dass vonseiten des Papstes und des Vatikans sehr eindeutig klar gestellt wird, dass es keine Leugnung geben kann (der Holocaust, Anm. der Redaktion)...“. Genau darum geht es aber nicht. Wie oft möchte sie das noch hören? Der Vatikan und Papst Benedikt XVI haben das hunderte mal betont. Kein vernünftig denkender Mensch stellt diese tragische Tat und die   Meinung der Kirchen insgesamt dazu, in Frage. Gerade auch die Bundeskanzlerin der Bundesrepu-blik Deutschland sollte das wissen – sie weiß es auch. Warum betont sie dieses erneut?! ______________ Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland, hier vertreten durch den Vize-Präsident Dieter Graumann, fordert den Papst auf, die Aufhebung rückgängig zu machen. Der Generalsekretär Stephan Kramer geht noch einen Schritt weiter. Er forderte den Papst auf sich zu entscheiden "auf welcher Hochzeit er tanzen will". Entweder er stehe für die Kirche der Aufklärung mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil oder für die Kirche des Traditionalismus mit den Pius-Brüdern. In der aktuellen Diskussion geht es aber gar nicht darum, siehe oben. Kramer schürt u.a.. die Angst der Katholiken, in dem er indirekt dem Papst unterstellt, er könne die Kirche auf einen fundamentalisti- scheren Weg bringen. Aus der deutsch/jüdischen Vergangenheit sollte Kramer wissen - er weiß es auch - was man mit „Angst machen“ erreichen kann. Warum betont er es wieder?! __________________ Michel Friedman, früherer Vize-Präsident des Zentralrats der Juden, stellt ebenfalls die Angst in den Vordergrund. Benedikt XVI habe "so viel Schuld auf sich geladen wie schon lange kein Papst" mehr, sagte Friedman bei einer Podiums- diskussion am 4. Februar d.J. Weiß der Mann über wen und was er spricht oder will er nur Publicity? __ Was bedeutet Exkommunikation? In der Römisch-Katholischen Kirche bedeutet die Exkommunikation nicht den Ausschluss aus der Kirche.  
Papst Benedikt XVI __________ Quelle: Generation Benedikt _____ Dieser ist kirchenrechtlich nicht möglich. Er bedeutet den Verlust der Kirchengemeinschaft und damit gewisser Rechte innerhalb der Kirche. Der Exkommunizierte ist nicht berechtigt, die Sakramente oder Sakramentalien zu empfangen, außerdem darf er kein kirchliches Amt ausüben. Durch die Aufhebung einer Exkommunizierung sind die Betroffenen wieder ganz normale Bürger mit katholischem Glauben, mehr nicht. Bezogen auf die Pius-Brüder bedeutet die Aufhebung nicht, dass sie wieder in ihren vorherigen Ämtern der katholischen Kirche arbeiten. dürfen. Erst die Rücknahme der damals einher gegangenen Suspensierung erlaubt es den Betroffenen, wieder für die Kirche tätig zu werden. Die Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils müssen zum Beispiel anerkannt werden - etwa zur Religionsfreiheit und zum gleichberechtigten Dialog der Religionen. Genau dieses ist noch nicht geschehen, weil die Pius-Bruderschaft bislang dazu nicht Stellung bezogen hat. _________ Es gibt auch schon einige Austritte in der katholischen Kirche. Ein Betroffener dazu: „Oh mein Gott. Was lassen wir mit uns machen – was machen wir Deutsche!“

   

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