Rudolf Schock, der große deutsche Tenor, Künstler und Mensch
Der große Tenor Ach, ich hab' in meinem Herzen da drinnen ...
Am 4. September 2005 hätte Rudolf Schock seinen
90. Geburtstag feiern können. Er wurde in Duisburg geboren.
Der vielseitige Künstler war einer der beliebtesten Tenöre
Deutschlands. Er verstarb viel zu früh am 13. November
1986 und ist in Düren/Rur / Nordrhein-Westfalen, beigesetzt.
Der Versuch einer Würdigung
(wde) Kein deutscher Sänger nach ihm hat so eindrucksvoll und
unverwechselbar gesungen wie Kammersänger Rudolf Schock.
Er hat Generationen mit seiner Kunst erfreut, durch sein
reichhaltiges Repertoire in schweren und guten Stunden
begleitet. Sein lyrischer Tenor erlaubte es ihm als Opern-, Lied-
und Operettensänger sehr erfolgreich zu arbeiten.
Unzählige Schallplatten, Film- und Fernsehaufzeichnungen
machen Rudolf Schock auch heute noch erlebbar.
Die Kunst von Rudolf Schock auch voix mixte (Mischung aus
Brust- und Kopfstimme) zu singen, machte sein gesungenes
Falsett zu einem zusätzlichen besonderen Hörgenuß.
Er wurde weltberühmt und wird unvergessen bleiben.
Freiheit ist nur in dem Reich der Träume,
und das Schöne blüht nur im Gesang
.
Schiller
So schreibt Rudolf Schock in seinen
Erinnerungen 'Ach ich hab in meinem Herzen ...'
das Vorwort und er führt weiter aus
Meinem Publikum gewidmet,
das mir seit Jahrzehnten die Treue hält.
Rudolf Schock hat sich fünf Karrieren erarbeitet und mit
Bravour bestanden. Die Oper, das Kunstlied, die Oper-
ette und das Volkslied; seine eingespielten Film- und Ton-
träger machen ihn unsterblich. In allen Bereichen hat er
mit seinem stimmlichen Können und seiner großen Ver-antwortung für die Musik überzeugt.
Eine Tournee, schon im Jahr 1949, führte ihn nach Austra-
lien mit einem Programm, das noch für Richard Tauber vor-
gesehen war. Weitere Stationen waren Amerika, Niederlan-
de, Belgien, Österreich und Schweiz. Als Opernsänger war
er in großen deutschsprachigen Häusern fest engagiert oder zu Gast. Die besten Erfolge als Opernsänger waren zweifel-
los seine Auftritte in
der Covent Garden Oper London, bei den Salzburger Festspielen und den Edinburgher Festspie-
len. Ein besonderer Glanzpunkt war sein 'Stolzing' in der Oper 'Die Meistersinger' im Jahr 1959 in Bayreuth. Ein Tenor
und Mensch, der sein Fach sehr ernst genommen hat.
So kannten und liebten ihn seine Verehrer
Nach seinem 60. Geburtstag hat sich Rudolf Schock von der Opernbühne zurückgezogen. Er trat dann vermehrt
als Konzert- und Liedsänger auf. Er bereitete sich sehr intensiv vor. Überhaupt war er gern mit seinem Publikum
in persönlichem Kontakt auf der Bühne. Bei dem "romantischen" Rudolf Schock kam seine lyrische Stimme be-
sonders zur Geltung. Die Liederabende mit ihm, auch selten gehörte Lieder von Schumann und Brahms stellte er
vor, waren ein Erlebnis. Schon vor dieser Zeit hatte er die Operette für sich entdeckt. Manche Kritiker meinten
er habe es übertrieben. Was würden diese "Fachleute" sagen, wenn sie heute die Tenöre beurteilen sollten?!
Die Tontechnik hat Rudolf Schock für die Ewigkeit festgehalten. Unzählige Plattenaufnahmen hat er seiner
Nachwelt hinterlassen. Ein Fundus, das es heute auch ermöglicht von "älteren" Aufnahmen gelungene CDs zu
produzieren. Auch in vielen Filmen bleibt uns der Sänger nah. Stellvertretend ist hier zu nennen "Du bist die Welt für mich", wo er Richard Tauber spielt. Die wichtigsten Ehrungen und Medaillien hat er für seine Kunst erhalten.
"Ich erinnere mich gern ..." Rudolf Schock - wahrlich eine Stimme für Millionen
(wde) Es ist nicht übertrieben, ich erinnere mich wirklich gern an die ersten Ton Begegnungen mit dem großen Sänger und der damals schon für mich unverwechselbaren Stimme von Rudolf Schock. Es muß etwa in den Jahren 1954 / 1955 gewesen sein. In einer kleinen Stadt in Norddeutschland hatten wir Kinder nach der Schule andere Interessen, als es heute wohl der Fall ist. Mit etwa 13 Jahren war der Lebensraum überschaubar, die Welt für uns in Ordnung.
Da ich selbst im Schul- und Kirchenchor erfolgreich sang war es ein be-
sonderes Ereignis für mich, als ein Schulkamerad eines Tages eine kleine
Schallplatte zeigte. Er hatte sie aus der Musikbox seines Vaters, der eine
"Kneipe" betrieb. Aus heutiger Sicht bin ich mir nicht mehr ganz klar was
für mich das faszinierendere war: Die Stimme, die ich da hörte oder die
Musikstücke mit ihren melodischen aber auch fordernden Klängen und
Aussagen auf der kleinen schwarzen Scheibe. Es war die Platte zum Film
"Der fröhliche Wanderer" mit den Schaumburger Märchensängern, einem
hervorragenden Kinderchor. Am besten gefiel mir damals das Lied "Ach,
ich hab in meinem Herzen" aus der Oper Schwarzer Peter von Norbert
Schultze. Eine weitere Arie aus meinen ersten Ton-Begegnungen, jetzt be-
wußt verknüpft mit dem Tenor Rudolf Schock, war die Arie des Hoffmann
aus der Oper Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach. Die Szene
und Arie im Palast der Giulietta in Venedig aus dem zweiten Akt "Sie wol-
len gehn?" - "Ha! Wie in meiner Seel' entbrennet süße Wonne" erzeugt
heute noch für mich eine Gänsehaut der ich mich nicht entziehen kann
und will und für die ich mich nicht schäme. Diese Oper ist bis heute eine
meiner Lieblingsopern geblieben, von der fürchterlich modernen Inszenie-
rung der Staatsoper Stuttgart aus dem Jahr 2001 einmal abgesehen!!!
Aus der Oper Alessandro Stradella von Friedrich von Flotow ist mir
immer noch im Ohr die Arie des Alessandro "Wie freundlich strahlt der
Tag - Jungfrau Maria". Wirklich unvergessene Momente in meinen
Erinnerungen an die ersten Ton Kontakte mit Rudolf Schock.
Ach ich hab ... 4:11 min.
Später dann habe ich mir eine Tonbandmaschine gekauft, die heute noch gern genutzt wird.
Manche "Spur" der 18 Zoll Spulen sind mit Rudolf Schock Opernarien, kompletten Operetten
und Weihnachtsliedern bestückt und verewigt. Mein erster Besuch in einem Theater war die
Operette "Der Graf von Luxemburg" in Lüneburg und als Oper "Die Macht des Schicksals"
in Kiel. Leider ohne Rudolf Schock, trotzdem unvergessen. Einige ausgewählte Schallplatten
befinden sich in meinem Archiv, natürlich auch heute ein paar CD's. Nach langem Warten habe
ich es dann doch noch geschafft: Eine persönliche Begegnung mit "meinem" Rudolf Schock. Nach
einer Operettenaufführung in Böblingen, "Das Land des Lächelns", besuchten meine Frau und
ich den Sänger in seiner Garderobe. Man sah ihm die Anstrengungen der Aufführung noch an,
aber trotzdem bekamen wir unser Autogramm und ein kurzes Gespräch mit ihm. Eine unvergesse-
ne und einmalige Situation für uns.
Ich bin davon überzeugt, Millionen andere Hörer seiner
Sangeskunst ging es damals und auch heute noch ähnlich. Er wird unvergessen bleiben.
Abschließend noch einmal den Satz von Rudolf Schock, der auch der Titel der Gala zu seinem
70. Geburtstag wurde und gleichermaßen auch für seine Bewunderer an ihn noch heute gilt:
"Ich erinnere mich gern ..."
Eine hervorragende, sehenswerte und wohl die
beste und detaillierteste Internet-Präsentation
über das Leben und Wirken von Rudolf Schock
hat Rob van Brink aus den Niederlanden
zusammengestellt. Diese finden Sie unter
Rudolf Schock
Hoffmanns Erzählungen:
Ha! Wie in meiner Seel 3:15 min.
Alessandro Stradella:
Wie freundlich strahlt 4:38 min.
Nach langen Jahren des Wartens:
Eine persönliche Begegnung und
ein Autogramm nach einer
Operettenaufführung
"Das Land des Lächelns"
in Böblingen am 15. November 1973
Ein unvergessener Augenblick
Die unvergessene Stimme eines großen deutschen Tenors
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