Textbeitrag zu den Feiertagen "500 Jahre Reformation"
von Pastor Hans-Peter Hellmanzik i.R., Bad Bevensen, Niedersachsen
Und wenn die Welt voll Teufel wär...

Zitate von Dr. Martin Luther: von A wie Arbeit bis Z wie Zukunft
Auch heute noch seine nach wie vor zupackend erfrischende Sprache.
Zusammengetragen von Pastor i.R. Hans-Peter Hellmanzik

Arbeit
"Denn Gott will keine faulen Müßiggänger haben, sondern man soll treulich und fleißig arbeiten, ein jeglicher nach seinem Beruf und Amt, so will er den Segen und das Gedeihen dazu geben. Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen."

Beten
„Summa: Kurz soll man beten, aber oft und stark. Denn er fragt nicht danach, wie groß und lang man betet, sondern wie gut es ist und wie es von Herzen geht. Sprichst du aber: Warum lässt er uns denn bitten und unsere Not vortragen und gibt's nicht ungebeten, wo er doch alle Not besser weiß und sieht als wir selbst? Gibt er doch der ganzen Welt täglich so viel Gutes umsonst, wie Sonne, Regen, Korn, Geld, Leib und Leben usw., worum ihn niemand bittet noch dafür dankt; denn er weiß, dass sie keinen Tag des Lichts, Essens und Trinkens entbehren kann: Wie heißt er denn darum bitten?

Antwort: Darum fordert er's freilich nicht, dass wir ihn mit unserm Beten lehren sollten, was er geben soll, sondern darum, dass wir's erkennen und bekennen, was er uns für Güter gibt und noch viel mehr geben will und kann, so dass wir durch unser Gebet mehr uns selbst unterrichten als ihn. Denn damit werde ich umgewan¬delt, dass ich nicht hingehe wie die Gottlosen, die sol¬ches nicht erkennen noch dafür danken, und so wird mein Herz zu ihm gekehrt und erweckt, dass ich ihn lobe, danke und in Nöten bei ihm Zuflucht habe und Hilfe von ihm erwarte. Und dient alles dazu, dass ich, je länger je mehr, erkennen lerne, was er für ein Gott ist, und weil ich bei ihm suche und anklopfe, so hat er auch Lust, desto mehr und reichlicher zu geben.“

Bibel
"Ich achte, dass Deutschland noch nie so viel von Gottes Wort gehört habe wie jetzt ... Liebe Deutsche, kauft, solange der Markt vor der Türe ist, sammelt ein, solange Sonnenschein und gut Wetter ist, braucht Gottes Gnade und Wort, solange es da ist! Denn das sollt ihr wissen: Gottes Wort und Gnade ist ein fahrender Platzregen, der nicht wieder dahin kommt, wo er einmal gewesen ist ... Drum greift zu und haltet fest, wer greifen und halten kann! Faule Hände müssen ein böses Jahr haben."

„Ich habe nun etliche Jahre lang, alle Jahre zweimal die Bibel ausgelesen, und wenn die Bibel ein großer mäch¬tiger Baum wäre und alle Worte Ästlein, so habe ich an alle Ästlein angeklopft und gerne wissen wollen, was es wäre und vermöchte. Und allezeit habe ich noch ein paar Äpfel oder Birnen heruntergeklopft...“

„ . . . dass ich das Neue Testament verdeutscht habe nach meinem besten Vermögen und aufs gewissenhafteste. Damit habe ich niemanden gezwungen, dass er's lese, sondern es frei gelassen und allein denen zu Dienst getan, die es nicht besser machen können. Es ist niemandem verboten, ein besseres zu machen. Wer's nicht lesen will, der lass es liegen; ich bitte und lobe niemanden darum. Es ist mein Testament und meine Übersetzung und soll mein bleiben und sein. Hab ich darin etwas verfehlt (was mir doch nicht bewusst ist und ich gewiss nicht gern einen Buchstaben mutwillig falsch übersetzen wollte), darüber will ich die Papisten als Richter nicht dulden; denn sie haben zur Zeit noch zu lange Ohren dazu und ihr iah, iah ist zu schwach, um über mein Übersetzen zu urteilen. Ich weiß gut, aber sie wissen's weniger als des Müllers Tier, wieviel Kunst, Fleiß, Vernunft, Verständnis zum guten Übersetzer gehört, denn sie haben’s nicht versucht."

"Denn man muss nicht die Buchstaben in der lateinischen Sprache fragen, wie man deutsch reden solle, wie's diese Esel tun, sondern man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den einfachen Mann auf dem Markt danach fragen und denselben auf das Maul sehen, wie sie rede, und danach übersetzen; da verstehen sie es dann und merken, dass man deutsch mit ihnen redet."

Wenn ich den Eseln folgen soll, werden die mir die Buchstaben vorlegen und so übersetzen: »Aus dem Überfluss des Herzens redet der Mund. « Sage mir, ist das deutsch geredet? Welcher Deutsche versteht so etwas? Was ist »Überfluss des Herzens« für ein Ding? Pas kann kein Deutscher sagen, er wolle denn sagen, dass einer ein allzu großes Herz habe oder zuviel Herz habe, obwohl das auch noch nicht richtig ist. Denn »Überfluss des Herzens« ist kein Deutsch, so wenig wie das Deutsch ist: »Überfluss des Hauses«, »Überfluss des Kachelofens«, »Überfluss der Bank«; sondern so redet die Mutter im Haus und der einfache Mann: »Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. « Das heißt gut deutsch geredet, dessen ich mich befleißigt, aber leider nicht immer erreicht noch getroffen habe; denn die lateinischen Buchstaben hindern über die Maßen, sehr gutes Deutsch zu reden.

Das hörst du wohl: Ich will sagen »du holdselige Maria«, »du liebe Maria«, und lasse sie sagen »du vollgnaden Maria«. Wer deutsch kann, der weiß gut, welch ein herzlich feines Wort das ist: die liebe Maria, der liebe Gott, der liebe Kaiser, der liebe Fürst, der liebe Mann, das liebe Kind. Und ich weiß nicht, ob man das Wort »liebe« auch so herzlich und erschöp¬fend in lateinischer oder anderer Sprache ausdrücken kann, dass es so ins Herz dringe und klinge, durch alle Sinne, wie es tut in unserer Sprache.“

Bekenntnis
"Wenn Eure Majestät und Eure Herrschaften denn eine einfache Antwort verlangen, so werde ich sie ohne Hörner und Zähne geben."

"Wenn ich nicht durch Schriftzeugnisse oder einen klaren Grund widerlegt werde denn allein dem Papst oder den Konzilien glaube ich nicht; es steht fest, dass sie häufig geirrt und sich auch selbst widersprochen haben, so bin ich durch die von mir angeführten Schriftworte überwunden. Und da mein Gewissen in den Worten Gottes gefangen ist, kann und will ich nichts widerrufen, weil es gefährlich und unmöglich ist, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen."

Christen
"Ein Christ ist ein solcher Mensch, der gar keinen Hass noch Feindschaft wider jemanden weiß, keinen Zorn noch Rache in seinem Herzen hat, sondern eitel Liebe, Sanftmut und Wohltat."

„Darum sind die Christen lauter Helfer und Heilande, ja Herren und Götter der Welt.“

Deutsche
"Wir Deutschen sind ein wildes, rohes und tobendes Volk, mit dem nicht leicht etwas anzufangen ist, es treibe denn die höchste Not."

Ehe
"O, wie wohl steht’s, wenn Eheleute miteinander zu Tisch und Bett gehen: Ob sie gleich zuweilen schnurren und murren, das muss nicht schaden; es geht in der Ehe nicht allzeit schnurgleich zu.“

Frauen
"Die Welt kann die Frauen nicht entbehren, selbst wenn die Männer allein die Kinder bekämen."

„Käthe, du hast einen frommen Mann, der dich lieb hat. Lass andere eine Kaiserin sein …“

„Ich wollt' meine Käthe nicht um Frankreich noch um Venedig dazu hergeben, zum ersten deshalb, weil Gott sie mir geschenkt hat und mich ihr gegeben hat; zum zweiten, weil ich oft erfahre, dass in andern Frauen mehr Mängel sind als in meiner Käthe; obschon sie auch etliche hat, so sind doch viel größere Tugenden dagegen; zum dritten, weil sie das eheliche Vertrauen bewahrt, das ist Treue und Ehre.“

„Meiner lieben Hausfrau Katherin Ludherin, Doktorin, Saumarkterin zu Wittenberg, meiner gnädigen Frau zu Händen und Füßen.

Gnad und Friede im Herrn! Lies Du, liebe Käthe, den Johannes und den kleinen Katechismus, wovon Du einmal sagtest: »Es ist doch alles in dem Buch von mir gesagt. « Denn Du willst sorgen für Deinen Gott, gerade als wäre er nicht allmächtig, der da könnte zehn Doktor Martinus schaffen, wenn der einzige alte ersöffe in der Saale oder im Ofenloch oder auf Wolfs Vogelherd. Lass mich zufrieden mit Deiner Sorge; ich hab einen besse¬ren Sorger, denn Du und alle Engel sind, der liegt in der Krippen und hängt an einer Jungfrauen Zitzen, aber sitzet gleichwohl zur rechten Hand Gottes, des all¬mächtigen Vaters; darum sei zufrieden, Amen.“

Freiheit
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem Untertan.

Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann Untertan.

Um diese beiden widerständigen Reden von der Frei¬heit und der Dienstbarkeit zu verstehen, sollen wir eingedenk sein, dass jeder Christenmensch von zweier¬lei Natur ist, geistlicher und leiblicher. Nach der Seele wird er ein geistlicher, neuer, innerlicher Mensch ge¬nannt, nach dem Fleisch und Blut wird er ein leibli¬cher, alter und äußerlicher Mensch genannt. Und um dieses Unterschiedes willen werden von ihm in der Schrift Sätze gesagt, die stracks widereinander sind, wie ich jetzt gesagt habe von der Freiheit und Dienst-barkeit.

So nehmen wir uns den inwendigen, geistlichen Men¬schen vor, um zu sehen, was dazu gehört, damit er ein frommer, freier Christenmensch ist und heißt. Es ist ja offenbar, dass kein äußerliches Ding ihn frei oder fromm machen kann, wie es auch immer genannt wer¬den mag; denn seine Frommheit und Freiheit, wie¬derum seine Bosheit und sein Gefängnis sind weder leiblich noch äußerlich. Was hilft es der Seele, dass der Leib ungefangen, frisch und gesund ist, isst, trinkt, lebt, wie er will? Wiederum, was schadet es der Seele, dass der Leib gefangen, krank und matt ist, hungert, dürstet und leidet alles, wie er es nicht gern will? Von diesen Dingen reicht keines bis an die Seele, um sie zu befreien oder zu fangen, sie fromm oder böse zu ma¬chen.

So hilft es der Seele nichts, wenn der Leib heilige Kleider anlegt, wie es die Priester und Geistlichen tun; auch nicht, wenn er in den Kirchen und an den heiligen Stätten ist; auch nicht, wenn er leiblich betet, fastet, wallfahrtet und alle guten Werke tut, die nur immer durch den Leib und in dem Leibe geschehen können. Es muss noch alles etwas ganz anderes sein, was der Seele Frommheit und Freiheit bringt und gibt. Denn alle diese oben genannten Stücke, Werke und Weisen kann auch ein böser Mensch, ein Gleisner und Heuch¬ler an sich haben und ausüben. Durch solch ein Trei¬ben wird auch kein anderes Volk als eitel Gleisner werden. Wiederum schadet es der Seele nichts, wenn der Leib unheilige Kleider trägt, an unheiligen Orten ist, isst, trinkt, wallfahrtet, nicht betet und alle die Werke anstehen lässt, die die oben genannten Gleisner tun.

Daraus sieht man klar, wie ein Christenmensch frei ist von allen Dingen und über alle Dinge, so dass er keiner guten Werke dazu bedarf, damit er fromm und selig sei, sondern der Glaube bringt es ihm alles im Überfluss. Wenn er so töricht wäre und meinte, durch ein gutes Werk fromm, frei, selig oder Christ zu werden, so verlöre er den Glauben mit allen Dingen, so wie der Hund, der ein Stück Fleisch im Mund trug und nach dem Schatten im Wasser schnappte, damit beides verlor, Fleisch und Schatten.“

„Dann gibt es auch eine Freiheit des Fleisches, die beson¬ders in der Welt herrscht. Die sie haben, gehorchen we¬der Gott noch den Gesetzen, sondern tun, was sie wol¬len. Diese Freiheit sucht jetzt die Menge . . .“

„Denn verflucht und verdammt ist alles Leben, das sich selbst zu Nutzen und zugut gelebt und gesucht wird, und verflucht alle Werke, die nicht in der Liebe gehen. Dann aber gehen sie in der Liebe, wenn sie nicht auf eigene Lust, Nutzen, Ehre, Ruhe und Heil, sondern auf anderer Nutzen, Ehre und Heil von ganzem Her¬zen gerichtet sind.“

Gerechtigkeit
„Als ich zuerst in den Psalmen las und sang: »In deiner Gerechtigkeit befreie mich!«, da erschrak ich alle Mal und war den Worten »Gerechtigkeit Gottes«, »Gericht Gottes«, »Werk Gottes« feind, denn ich wusste nichts anderes: »Gerechtigkeit Gottes« hieß sein strenges Gericht. Nun sollte er mich nach seinem strengen Gericht erretten? So wäre ich ewig verloren! Aber »Barmherzigkeit Gottes«, »Hilfe Gottes«, die Worte hatte ich lieber. Gottlob, als ich die Sache ver¬stand und wusste, dass »Gerechtigkeit Gottes« die Ge-rechtigkeit hieß, durch die er uns mit der in Christus geschenkten Gerechtigkeit rechtfertigt, da verstand ich auch die Grammatik, und der Psalter schmeckte mir erst.

Ein ganz ungewöhnlich brennendes Verlangen hatte mich gepackt, Paulus im Römerbrief zu verstehen; aber nicht Kaltherzigkeit hatte mir bis dahin im Wege gestanden, sondern ein einziges Wort, das im ersten Kapitel steht: »Gottes Gerechtigkeit wird darin offen¬bart. « Denn ich hasste diese Vokabel »Gerechtigkeit Gottes«, die ich durch die übliche Verwendung bei allen Lehrern gelehrt war, philosophisch zu verstehen von der so genannten formalen oder aktiven Gerech¬tigkeit, mittels derer Gott gerecht ist und die Sünder und Ungerechten straft.

Ich aber, der ich, so untadelig ich auch als Mönch lebte, vor Gott mich als Sünder von unruhigstem Gewissen fühlte und mich nicht darauf verlassen konnte, dass ich durch meine Genugtuung versöhnt sei, liebte nicht, nein, hasste den gerechten und die Sünder strafenden Gott und war im stillen, wenn nicht mit Lästerung, so doch allerdings mit ungeheurem Murren empört über Gott: Als ob es wahrhaftig damit nicht genug sei, dass die elenden und infolge der Erb¬sünde auf ewig verlorenen Sünder mit lauter Unheil zu Boden geworfen sind durch das Gesetz der zehn Ge¬bote, vielmehr Gott durch das Evangelium zum Schmerz noch Schmerz hinzufüge und auch durch das Evangelium uns mit seiner Gerechtigkeit und seinem Zorn bedrohe. So raste ich wilden und wirren Gewis¬sens; dennoch klopfte ich beharrlich an eben dieser Stelle bei Paulus an mit glühend heißem Durst, zu erfahren, was St. Paulus wolle.

Bis ich, dank Gottes Erbarmen, unablässig Tag und Nacht darüber nachdenkend, auf den Zusammenhang der Worte aufmerksam wurde, nämlich: »Gottes Ge¬rechtigkeit wird darin offenbart, wie geschrieben steht: Der Gerechte lebt aus Glauben.« Da begann ich, die Gerechtigkeit Gottes zu verstehen als die, durch die als durch Gottes Geschenk der Gerechte lebt, näm¬lich aus Glauben, und dass dies der Sinn sei: Durch das Evangelium werde Gottes Gerechtigkeit offenbart, nämlich die passive, durch die uns der barmherzige Gott gerecht macht durch den Glauben, wie geschrie¬ben ist: »Der Gerechte lebt aus Glauben.« Da hatte ich das Empfinden, ich sei geradezu von neuem geboren und durch geöffnete Tore in das Paradies selbst eingetreten. Da zeigte mir sofort die ganze Schrift ein ande¬res Gesicht . . .“

Gewissen
„Denn wie das Gewissen, so ist Gott.“

„Ohne ein fröhliches Gewissen und ein unbeschwertes Herz vor Gott kann niemand selig werden.“

„Denn man muss wissen, wie man mit Gott daran sei, soll anders das Gewissen fröhlich sein und bestehen. Wenn jemand zweifelt und nicht daran festhält, er habe einen gnädigen Gott, der hat ihn auch nicht. Wie er glaubt, so hat er.“

„Wer an Christus glaubt, ist sicher in seinem Gewissen und gerecht.“

Glaube
„Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Das ist: Ich sage ab dem bösen Geist, aller Abgötterei, aller Zauberei und Missglauben. Ich setz mein Trauen auf keinen Menschen auf Erden, auch nicht auf mich selbst, noch auf meine Gewalt, Kunst, Gut, Frömmig¬keit oder was ich haben mag. Ich setz mein Vertrauen auf keine Kreatur, sie sei im Himmel oder auf Erden. Ich wage und setz mein Vertrauen allein auf den blo-ßen, unsichtbaren, unbegreiflichen einigen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat und allein über alle Kreatur ist. Wiederum entsetze ich mich nicht vor aller Bosheit des Teufels und seiner Gesellschaft, denn mein Gott ist über sie alle. Ich glaube nichtsdestoweniger an Gott, auch wenn ich von allen Menschen verlassen oder verfolgt wäre. Ich glaube nichtsdestoweniger, auch wenn ich arm, unver¬ständig, ungelehrt, verachtet bin oder alles Dings mangle. Ich glaube nichtsdestoweniger, auch wenn ich ein Sünder bin. Denn dieser mein Glaube soll und muss schweben über alles, was da ist und nicht ist, über Sünde und Tugend und über alles, damit er an Gott lauter und rein sich halte, wie mich das erste Gebot auffordert. Ich begehre auch kein Zeichen von ihm, ihn zu versuchen.

Ich traue beständig auf ihn, wie lang er verzieht, und setze ihm kein Ziel, Zeit, Maß oder Weise, sondern stelle es alles seinem göttlichen Willen in einem freien, richtigen Glauben anheim. Wenn er denn allmächtig ist, was mag mir fehlen, das er mir nicht geben und tun möge? Wenn er Schöpfer Himmels und der Erde ist und aller Dinge ein Herr, wer will mir etwas nehmen oder schaden? Ja, wie wollen mir nicht alle Dinge zugut kommen und dienen, wenn der mir wohlgetan hat, dem sie alle gehorsam und Untertan sind? Dieweil er denn Gott ist, so kann und weiß er, wie er's machen soll mit mir aufs beste. Dieweil er Vater ist, so will er's auch tun und tut es herzlich gerne. Dieweil ich daran nicht zweifle und mein Vertrauen so auf ihn setze, so bin ich gewiss sein Kind, Diener und Erbe ewiglich, und wird mir geschehen, wie ich glaube.“

„Darum ist unser Glaube noch sehr schwach und kalt: Wäre er so gewiss und stark, wie er wohl sein sollte, so könnten wir vor großer Freude nicht leben. Aber gottlob wissen wir, dass auch die Schwachgläubigen Gottes Kinder sind.“

Gott
„Was heißt einen Gott haben, oder was ist Gott? Ant¬wort: Ein Gott heißt das, von dem man erwarten soll alles Gute und Zuflucht haben in allen Nöten. So dass einen Gott haben nichts andres ist, als ihm von Herzen glauben und trauen. Wie ich oft gesagt habe, dass allein das Trauen und Glauben des Herzens beide macht, Gott und Abgott. Ist der Glaube und das Vertrauen recht, so ist auch dein Gott recht; und wiederum, wo das Vertrauen falsch und unrecht ist, da ist auch der rechte Gott nicht. Denn die zwei gehören zusammen, Glaube und Gott. Worauf du nun dein Herz hängst und verlässt, das ist eigentlich dein Gott. Darum ist nun die Meinung dieses Gebots, dass es rechten Glauben und Zuversicht des Herzens fordert, welche den rechten einzigen Gott treffe und an ihm allein hange. Und will so viel gesagt haben: Siehe zu und lasse mich allein deinen Gott sein und suche ja keinen andern; das ist: Was dir an Gutem mangelt, das erwarte von mir und suche es bei mir, und wo du Unglück und Not leidest, halte dich zu mir. ICH, ich will dir genug geben und aus aller Not helfen, lass nur dein Herz an keinem andern hängen noch ruhen. Das muss ich ein wenig deutlich erklären, dass man's an allgemeingültigen Exempeln des Gegenteils verstehe und merke. Es ist mancher, der meint, er habe Gott und alles genug, wenn er Geld und Gut hat; er verlässt und brüstet sich darauf so steif und sicher, dass er auf nie¬mand etwas gibt. Sieh, dieser hat auch einen Gott, der heißt Mammon, das ist Geld und Gut, darauf er all sein Herz setzt, was auch der allergewöhnlichste Abgott auf Erden ist. Wer Geld und Gut hat, der weiß sich sicher, ist fröhlich und unerschrocken, als sitze er mitten im Paradies; und umgekehrt, wer keins hat, der verzwei¬felt und verzagt, als wisse er von keinem Gott. Denn man wird ihrer gar wenig finden, die guten Mutes seien, nicht trauern noch klagen, wenn sie den Mammon nicht haben; es klebt und hängt der Natur an bis ins Grab. Frage und erforsche dein eigenes Herz recht, so wirst du wohl finden, ob es allein an Gott hängt oder nicht. Hast du ein solches Herz, das nichts als Gutes von ihm erwarten kann, besonders in Nöten und Mangel, dazu alles gehen und fahren lassen will, was nicht Gott ist, so hast du den einzigen rechten Gott. Umgekehrt, hängt es an etwas anderem, von dem sich's mehr Gutes und Hilfe erhofft als von Gott, und läuft es nicht zu ihm, sondern flieht vor ihm, wenn es ihm übel geht, so hast du einen andern Abgott.

Darum lasse es sich ein jeglicher ernstlich zu Herzen gehen, dass man's nicht achte, als habe es ein Mensch geredet. Denn es trägt dir entweder ewigen Segen, Glück und Seligkeit ein, oder ewigen Zorn, Unglück und Herzeleid. Was willst du mehr haben oder begeh¬ren, als dass er dir so freundlich verheißt, er wolle dein sein mit allem Guten, dich schützen und dir in allen Nöten helfen?“

"Was soll Gott mit uns machen? Gute Tage können wir nicht tragen, böse können wir nicht leiden. Gibt er Ehr, Reichtum, so stolzieren wir, gibt er Armut, so verzagen wir."

Herz
"Ein menschlich Herz ist wie ein Schiff auf einem wilden Meer, welches die Sturmwinde von den vier Orten der Welt treiben."

„Das Waschen des Herzens, das verachten die Bader und Wäscher des Gesetzes, bekümmern sich allein damit, dass ihr Leib und ihre Kleider rein seien. Aber du, lieber Herr, du Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, »schaffe und mache du mein Herz rein«, dass ich deinen göttlichen Willen erkennen möge, das ist, dass ich glauben möge, dass du mir gnädig und barmherzig seiest, dass ich nicht durch närrische Gedanken auf Missglauben und Irrtum geführt werde.“

Hoffnung
„Alles, was in der ganzen Welt geschieht, geschieht in Hoffnung. Kein Bauer würde ein Korn säen, wenn er nicht die Hoffnung auf Ernte hätte; kein Mann würde heiraten, wenn er nicht die Hoffnung auf Nachkom¬men hätte. Kein Kaufmann oder Tagelöhner würde arbeiten, wenn er nicht Gewinn und Lohn erwarten würde. Um viel mehr treibt uns die Hoffnung aufs ewige Leben vorwärts . . .“

Juden
"Was können wir Gutes an den Juden schaffen, wenn wir sie nur mit Gewalt behandeln, ihnen übles nachsagen und sie für Hunde halten? Wenn man ihnen verbietet zu arbeiten und sie zum Wucher treibt - wie sollte sie das bessern? Man muss nicht des Papsts, sondern christlicher Liebe Gesetz an ihnen üben. Ob etliche halsstarrig sind, was liegt daran? Sind wir doch auch nicht alle gute Christen!"

Kinder
"Ein Vater schilt, straft und stäubt sein Kind und ist ihm doch nicht feind; der ist ihm aber feind, der seiner Bosheit schweigt und nicht schilt noch straft."

Lüge
"Die Lüge ist wie ein Schneeball, je länger man ihn wälzt, desto größer wird er"

Mensch
„ . . . dass der Mensch ein einzigartiges Geschöpf sei und für die Teilhabe an der Göttlichkeit und Unsterblichkeit bestimmt. Denn ein Mensch ist eine vornehmere Kreatur als Himmel und Erde und alles, was in ihnen ist.“

„Es ist kein Mensch so arg, er hat doch etwas Gutes an sich.“

„Der Mensch muss ein Bild entweder Gottes oder des Teufels sein. Denn nach welchem er sich richtet, dem ist er ähnlich.“

„Die Rede ist ein Ebenbild oder konterfeites Bild des Herzens. Ist das Herz rein, so redet es reine Worte. Ist es unrein, so redet es unreine Worte.“

„Ein menschliches Herz kann im Glück nicht Maß halten; wiederum kann es das auch ebenso wenig, wenn es übel zugeht, dass es nicht gleich verzagen und versinken will. Es ist zu weich und zu schwach auf beiden Seiten, freilich viel schwächer darin, Glück, als Unglück zu ertragen. Wie man sagt: Ein Mensch kann alles besser ertragen als gute Tage; oder auch: Es müssten gar starke Beine sein, die gute Tage ertragen sollten.

Das sieht man auch in der Erfahrung. Wem Gut, Ehre und allerhand Glück in seinem Sinn zufällt, der kann nicht aufhören zu prassen, zu trotzen, zu stol¬zen und zu toben, bis Unglück kommt und ihm wehrt; wie man sagt: Gut macht Mut, Mut macht Hochmut, Hochmut macht Armut, Armut aber weh¬tut, Wehtun sucht wieder Gut. Das ist der Welt Lauf in ihrem Reif und Kreis und der Menschen Art; da wird nichts anderes draus.“

„Wenn einer aber das Gute, das er hat, mit dem Schlech¬ten vergleiche, das er nicht hat, der würde endlich erkennen, was für einen großen Schatz an Gütern er hat. Wer gesunde und heile Augen hat, der preist es nicht und freut sich nicht dieser Gabe Gottes; wenn sie ihm aber genommen würde, sieh, um welch großen Schatz er sie zurückkaufen wollte. So ist es mit der Gesundheit, so mit allen Dingen. Gäbe mir Gott die Beredsamkeit eines Cicero, die Macht eines Cäsar oder die Weisheit eines Salomo, so wäre ich dennoch nicht zufrieden, weil wir immer das haben wollen, was nicht ist, und das gering achten, was da ist: Ist keine Frau da, sucht man sie, hat man eine, ist man sie leid. Überhaupt sind wir dem Quecksilber ähnlich, das niemals still¬steht. So unbeständig ist das menschliche Herz . . . Summa, was einer heute hat, das will er morgen noch mehr haben. Denn das bedeutet jene unruhige und un-ersättliche Begierde und Eitelkeit des menschlichen Herzens, dass es mit den vorhandenen Dingen nicht ge¬sättigt werden kann, mit welchen auch immer . . .“

Musik
"Die Musik ist aller Bewegung des Herzens eine Regiererin. Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Fröhlichen traurig, die Verzagten herzhaft zu machen, denn die Musik."

Neid
"Ich weiß drei böse Hunde: Undankbarkeit, Stolz, Neid. Wen die drei Hunde beißen, der ist sehr übel gebissen."

Obrigkeit
"Der Obrigkeit soll man nicht mit Gewalt widerstehen, sondern nur mit dem Bekenntnis der Wahrheit; kehret sie sich dran, ist's gut; wo nicht, so bist du entschuldigt und leidest Unrecht um Gottes Willen."

Predigt
"Tritt frisch auf! Tu's Maul auf! Hör bald auf!"

„Ein Prediger soll Zähne im Maul haben, beißen und salzen und jedermann die Wahrheit sagen. Denn so tut Gottes Wort, dass es die ganze Welt antastet, Herrn und Fürsten und jedermann ins Maul greift, donnert und blitzt und stürmt gegen große, mächtige Berge, schlägt drein, dass es raucht, und zerschmettert alles, was groß, stolz und ungehorsam ist.“

„Der Prediger soll ernstlich vermahnen zum Gebet und vor allem auch, sich zu bessern, beide: die Stadt und die Schule. Denn es ist fürwahr, fürwahr der Zorn Gottes größer, als man glaubt, angegangen über Deutschland. Die Re-gierungen taugen rein gar nichts (das ist ein böses Zeichen, wie Jes. 5 sagt), dagegen ist der Feind, die Rute Gottes, vor der Tür.

Deshalb bitte ich Stadt und Schule um Gottes willen: Sie mögen nicht das Geschrei über sich aufkommen lassen, dass sie so lang und so reichlich Gottes Wort gehört und sich doch nicht allein nicht gebessert hät¬ten, sondern je länger desto ärger geworden wären. Denn das wäre schrecklich zu hören vor Gott und der Welt, dass hier durch mich an die dreißig Jahre mit schwerer Mühe und Arbeit das Evangelium gepredigt worden wäre, und neben mir auch viele Jahre durch andere, und dass ich sollte nun an meinem Ende das erlebt haben und hören müssen, dass es nie ärger ge¬standen hätte als jetzt, was mich in der Tat hoch, ja, was den heiligen Geist betrüben müsste. Das wäre nicht gut und ein gewisses Zeichen, dass diese Stadt eine besondere Verfluchung verdient hätte, wie Chorazin, Bethsaida und Kapernaum. So möge nun der Rat ja fleißig sein, die Laster zu strafen, und die Bürger, dem Geiz zu wehren. Denn, lieber Gott, was soll das werden, wenn jetzt das Ge-treide überall wohlfeil ist und doch der Stadt weder mit Brot noch anderem mehr geholfen wird, als da es sehr teuer war; ebenso auch in anderen Handelsge¬schäften und Handwerken. So dass Gott solches Un¬recht und solchen Geiz fürwahr strafen und den Beutel (wie Haggai sagt) löcherig machen wird, es so wegbla¬sen wird, dass sie trotzdem nicht reicher, sondern nur ärmer werden müssen. Und wenn sie es jetzt nicht fühlen, so werden es ihre Kinder nur allzu sehr fühlen. Denn so heißt's: Geiz verdirbt alles — Land, Leute und was sich nähren soll. Das zeigt und lehrt die Erfah¬rung.“

Quecksilber
"Des Menschen Herz ist wie Quecksilber, jetzt da, bald anderswo, " heute so, morgen anders gesinnet.

Reichtum
"Nichts in der Welt hindert den Glauben so sehr wie Reichtum und Mammon. Wer reich ist und etwas hat, der schlägt Gottes Wort in den Wind und läuft mit Füßen darüber"

Schule
"Denn es ist eine große und ernste Aufgabe, an der Christus und aller Welt viel liegt, dem jungen Volk zu helfen und ihm zu raten ...: Wenn man Jahr für Jahr so viel aufwenden muss für Gewehre, Wege, Steige, Dämme und dergleichen unzählige Dinge mehr, damit eine Stadt Frieden und Ruhe habe, warum sollte man nicht viel mehr noch oder doch genauso viel für die arme bedürftige Jugend aufwenden, indem man ein oder zwei geeignete Männer als Lehrer einstellt?"

Tod
"Im Leben sollte man sich mit dem Gedanken an den Tod beschäftigen und ihn vor sich treten heißen, solange er noch ferne ist und uns noch nicht bedrängt."

„Der Tod wird groß und erschreckend dadurch, dass die schwache, verzagte Natur dies Bild zu tief in sich hineinbildet, es zu sehr vor Augen hat. Dazu steuert nun der Teufel bei, dass der Mensch das grässliche.

Gebaren und Bild des Todes tief betrachte, dadurch bekümmert, weich und zaghaft werde. Denn da wird er ihm gewiss all die schrecklichen, jähen, bösen Tode vorhalten, die ein Mensch je gesehen, gehört oder gelesen hat, daneben mit einwickeln den Zorn Gottes, wie er vorzeiten hier und da die Sünder geplagt und verderbt hat, damit er die schwache Natur zur Furcht vor dem Tode und zur Liebe zum Leben und zur Sorge um es treibe, wodurch der Mensch, zu sehr beladen mit solchen Gedanken, Gott vergesse, den Tod fliehe und hasse und so schließlich Gott ungehorsam erfunden werde und bleibe.“

„Der Schrecken des Todes ist der Tod selbst und nichts anderes. Wer den Tod ganz aus seinem Herzen verworfen hat, der hat keinen Tod, der schmeckt keinen Tod.“

Traurigkeit
„Darum hütet euch, ihr jungen Gesellen, vor der Traurigkeit, das rate ich euch, denn sie ist auch von Gott verboten, außer dass so der Leib verfällt. Unser Herrgott hat's befohlen: Man soll fröhlich sein. Die Traurigkeit in der Welt kommt meist vom Geiz, Ehrgeiz und so weiter. Aber meine Anfechtung ist die, dass ich denke, ich hätte keinen gnädigen Gott. Das ist das Gesetz, das ist die höchste Traurigkeit, wie auch Paulus sagt, dass sie töte. Gott hasst diese Traurigkeit, tröstet uns und sagt: »Ich bin dein Gott«. Die Verhei¬ßung weiß ich, und es soll mich dennoch zuweilen ein Gedanke zu Boden stoßen, der nicht einen Furz wert ist? Doch hab ich den Vorteil, dass mir unser Herrgott gibt, dass ich das Wort wieder ergreife; das fasse ich, gottlob, das erste Gebot, welches sagt: »Ich bin dein Gott; ich will dein Gift nicht sein.«

„Durch Erfahrung belehrt, kann ich sagen, wie du dein Herz in Anfechtungen richten sollst. Wenn du versucht wirst durch Traurigkeit oder Verzweiflung oder einen andern Schmerz des Gewissens, dann iss, trink, suche Unterredung; wenn du dich erheitern kannst, indem du an ein Mädchen denkst, so tu's.“

„Höre, die göttliche Majestät gebietet dir schlechthin: Du sollst nicht verzweifeln.“

Trunksucht
„Ich war neulich am Hof und predigte gar schrecklich gegen das Saufen, aber es hilft nicht. Taubenheim und der von Minckewitz sagten, es könnte an den Höfen auch nicht anders sein; es wäre die Musik und alles Ritterspiel gefallen, allein mit Saufen wäre jemand zu feiern.

Wenn ich wieder zum Fürsten komme, will ich nicht mehr tun als bitten, dass er überall allen Untertanen gebieten wollte, dass sie sich vollsaufen sollten. Viel¬leicht lassen sie es bleiben, wenn es ein Gesetz ist, denn: »Wir neigen immer zum Verbotenen und begeh¬ren das Verweigerte. «“

Unglaube
"Der Unglaube ist die Wurzel aller Sünden, wie umgekehrt der Glaube Ursprung und Wurzel der Gerechtigkeit ist."

Vergebung
"Zu der brüderlichen Vergebung gehört auch, dass der Bruder, dem ich vergeben soll, seine Fehler bekenne; denn die Sünde, welche nicht bekannt wird, kann ich nicht vergeben."

Vernunft
„Die Vernunft weiß wohl, dass man fromm sein soll und Gott dienen, davon kann sie viel schwätzen und meint, alle Welt zu meistern. Wohlan, das ist wahr und wohl geredet, aber wenn's nun zum Treffen geht und sie zeigen soll, wie und worin man fromm werden oder Gott dienen soll, da kann sie gar nichts, da ist sie stockblind . . .“

„Die ganze Kreatur aber ist das Antlitz oder die Maske Gottes. Aber hier braucht es eine Weisheit, die Gott von der Maske unterscheidet. Diese Weisheit hat die Welt nicht, darum kann sie Gott von der Maske nicht unterscheiden.“

„Denn die menschliche Natur kann noch vermag nicht anders als das Ihre suchen; was ihr wohlgefällt und gutdünkt, das hält sie für das Beste, was ihr aber zuwider ist, das hält sie für das Schlimmste, es sei auch so gut, wie es wolle.

Denn die weltliche Weisheit ist so beschaffen, dass sie nicht bloß zeitliche, weltliche Dinge regieren will, sondern auch die Dinge, die Gott zugehören. Sie grü¬belt und erdenkt immer etwas Neues ...“

„So auch spielt die Vernunft Blindekuh mit Gott und tut lauter Fehlgriffe und schlägt immer daneben, so dass sie das Gott heißt, was nicht Gott ist, und wie¬derum nicht Gott heißt, was Gott ist; beides täte sie nicht, wenn sie nicht wüsste, dass Gott wäre — oder sie wüsste eben, welches oder was Gott wäre. Darum plumpst sie so herein und gibt den Namen und die göttliche Ehre und heißt Gott, was sie dünkt, das Gott sei, und trifft also nimmermehr den rechten Gott, sondern allewegs den Teufel oder ihren eigenen Dün¬kel, den der Teufel regiert. Darum ist es ein gar großer Unterschied zu wissen, dass ein Gott ist, und zu wissen, was oder wer Gott ist. Das erste weiß die Natur, und es ist in allen Herzen geschrieben. Das andere lehrt alleine der heilige Geist.“

Vertrauen
„ . . . wer Gott nicht den Bauch anvertrauen kann, der kann ihm nimmermehr die Seele anvertrauen. Freilich ist das bloß der Kinderglaube, da lernen wir an Krücken gehen, da saugen wir noch die Brüste. Da¬durch müssen wir lernen, Gott auch die Seele anzuvertrauen.“

Welt
"Die Welt ist wie ein trunkner Bauer Hebt man ihn auf einer Seite in den Sattel, so fällt er zur andern wieder herab. Man kann ihr nicht helfen, man stelle sich, wie man wolle, sie will des Teufels sein."

Zukunft
"Es ist besser, alle Zeit in Gottes Furcht zu leben, als dass man sich abquält in Furcht mit den zukünftigen Dingen."

Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind's noch nicht, wir werdend aber.

"Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles."

"Wenn es wahr ist,
daß ich von neuem geboren werden muß,
wie Christus sagt,
so kann ich nichts dazu tun,
sondern muß leiden und stillehalten,
dass er mich schaffe,
der mein Vater und Schöpfer ist."

Hier geht es zu der
Liste der Autoren alphabetisch und numerisch sortiert
500 Jahre evangelisch-lutherische Reformation Dr. Martin Luther
Direkt zu facebook
Sie erreichen uns direkt auch hier
Direkt zu facebook
(c) Idee / Text / Fotos: wde
Stand 02.03.2013
Sonderseiten
zurüch zur Auswahl