Die Rose von Jericho
Die scheinbar "tote" Pflanze stammt aus den Wüsten- und Halbwüstengebieten von Arizona und Texas bis El Salvador, Jordanien und Israel. Sie ist eine poykilohydrische Staude, d.h. sie kann völlig austrocknen ohne abzusterben. Der Überlieferung nach wurde sie zuerst von den Kreuzrittern und später von den Pilgern, die Wallfahrten in das heilige Land unternahmen, nach Europa gebracht und als heilige Pflanze verehrt. Sie ist eine mystische Pflanze, die niemals stirbt.
Gedanken zur Rose von Jericho
anlässlich der Goldenen Konfirmation 2005 in Bad Bevensen, von Pastor Hans-Peter Hellmanzik:

Liebe Jubilare, eben - bei der Feier des Heiligen Abendmahls - gingen ihre Blicke über diese seltsame Ansammlung hier auf den Altarstufen. Es ist nun an der Zeit, dass ich das Geheimnis lüfte. Es handelt sich um Die "Rose von Jericho" (Anastatica hierochuntica) - eine Wüstenpflanze eigener Art. Sie wächst über einen langen Zeitraum in der Erde und vermehrt sich dort. Ist der Boden ausgelaugt, zieht sie ihre Wurzeln aus dem Erdreich zurück, formt sich zu einer trockenen graubraunen Knolle und wirkt wie tot. So lässt sie sich vom Wind über den Wüstenboden treiben, bis sie eine Umgebung findet, in der sie wieder wachsen und sich vermehren kann. Die "Rose von Jericho" kann etliche Jahre ohne Wasser und Erde überleben, sobald sie aber ins Wasser gelegt wird, erwacht sie - wie auf wunderbare Weise - zu neuem blühenden Leben. Die "Rose von Jericho" galt schon immer als eine der merkwürdigsten "Wunderpflanzen" unserer Erde und wird auch als heilige Pflanze verehrt. Wegen ihrer scheinbaren "Unsterblichkeit" wird sie auch "Auferstehungspflanze" genannt.

Und jetzt ahnen Sie bereits, was uns Christen diese einzigartige Eigenart unter der Pflanzenwelt bedeuten kann: Zeichen für Vergebung, für neues Leben. (Pastor Hellmanzik zeigt die trockene "Rose von Jericho").

Wir sehen diese Rose von Jericho als eine trockene graubraune Knolle, in der scheinbar alles tot ist. Seht, verdorrt, vertrocknet, versteinert wie diese Rose ohne Wasser ist manchmal unser Herz, wenn wir einander mit unseren Sorgen und Nöten nicht mehr wahrnehmen.

- Stille -

Verdorrt, vertrocknet, versteinert wie diese Rose ohne Wasser bin ich manchmal selbst, wenn ich die Vorzüge und Fähigkeiten meiner Mitmenschen nicht anerkenne, und nur Neid und Enttäuschung empfinde.

- Stille -

Verdorrt, vertrocknet, verbrannt wie diese Rose ohne Wasser ist alles in mir, wenn ich nicht bereit bin, den Heiligen Geist zu empfangen, der mich mit neuem Leben erfüllt.

- Stille -

Verdorrt, vertrocknet, versiegt wie in dieser Rose ohne Wasser, ist alles in mir, wenn ich nicht bereit bin, mich für dich, dem Gott meines Lebens, zu öffnen und dir in den Mitmenschen zu begegnen.

- Stille-

Sobald aber unsere trockene "Rose von Jericho" Wasser bekommt, wird sie lebendig und entfaltet in kürzester Zeit auf neue Weise ihre Schönheit. (Pastor Hellmanzik zeigt eine aufgeblühte Rose von Jericho).
Wer wünscht sich nicht, dass noch einmal aufblühen, aufgehen möge, was Vertrocknet, verdorrt und versiegt erscheint. Seht, das Wasser des Lebens gibt es nirgendwo anders als in der Gemeinschaft mit dem Lebendigen Gott. Die Kraft zum Neuanfang schenkt kein anderer als der in allem Mächtige. Nichts muss bleiben wie es ist, so wahr wir einen barmherzigen Gott bekennen, der uns zum ewigen Leben führen will.

Wie viele Konfirmanden haben die Rose zum Leben erweckt?
Wie viele Menschen denken daran, daß es immer einen neuen Anfang gibt?
Goldene Konfirmation Bad Bevensen 2005 - Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5 - Teil 6 - Teil 7 - Teil 8
Bad Bevensen, den 11. September 2005 Fotos: wde