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66. Bregenzer Festspiele 2011
André Chénier von Umberto Giordano
Große, opulente Oper auf der Seebühne
Teil 5, André Chénier
Prolog - Seebühne - Impressionen - Meet and Greet - A. Chénier - Opernbilder - Epilog
Hier wird die Oper erzählt, in wunderbaren Bildern
Das Fest beginnt, der erste, grandiose Eindruck vor Beginn der Oper im Jahr 2011
Eine der vielen, gelungenen Farbspiele auf der Seebühne. Sie machen, neben der wunderbaren
Musik von Umberto Giordano und den hervorragenden Interpreten, die Festspiele in Bregenz

André Chénier von Umberto Giordano

Glühende Leidenschaft, atemberaubende Geschwindigkeit
André Chénier, das berühmteste Werk des italienischen Komponisten Umberto Giordano, ist glei-
chermaßen packend als leidenschaftliches Liebesdrama und als
historischer Krimi. Die Oper rund
um das Schicksals des gleichnamigen Dichters, eine
historische Gestalt der Französischen Revo-
lution, der 1794 während Robespierres
Schreckensherrschaft tatsächlich seinen Kopf verlor, ist in
den Sommer 2011 und 2012
erstmals auf der Bregenzer Seebühne zu sehen.

In den Wirren der Revolution
Frankreich im Jahr 1789. Der Adel feiert, die Bürger murren. Und zwischen allen Stühlen: der Dich-
ter André Chénier. Geliebt von den Reichen für seine einfühlsamen Verse, im
Herzen aber ein Re-
volutionär.
Gezeichnet vor dem Hintergrund der Französischen Revolution ist André Chénier, ur-
aufgeführt 1896 an der Mailänder Scala, ein historisches Drama von brillanter Schärfe
und eine
menschliche Tragödie von erschütternder Intensität; packend gleichermaßen
als leidenschaftliches
Liebesdrama und als historischer Krimi. Zentrale Gestalt der Oper ist
der gleichnamige französi-
sche Dichter, die in den Wirren der Französischen Revolution vom
glühenden Anhänger zum er-
barmungslos Verfolgten wird und am Ende, abgestoßen von den
Exzessen der Gewaltherrschaft
der Jakobiner, selbst auf der Guillotine endet.

Vom Anhänger zum Verfolgten
Zu Beginn der Oper scheint die Welt des 18. Jahrhunderts noch in Ordnung: Die Aristokratie tanzt,
und der junge Dichter André Chenier, obgleich den Idealen der neuen
Revolutionsbewegung zuge-
neigt, verkehrt erfolgreich in den prachtvollen Salons der
Familie de Coigny, in deren Tochter
Maddalena er leidenschaftlich verliebt ist. Doch die
politische Lage ist angespannt, längst beginnt
sich der Schein der Revolution am
Horizont abzuzeichnen; bald wird er dem sorglosen Leben ein
jähes Ende bereiten.
Fünf Jahre später tanzt niemand mehr. Paris zittert unter dem Regime Robes-
pierres, die
hochfliegenden Revolutionsideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind einer grausa-
men Gewaltherrschaft gewichen. Carlo Gérard, einst Diener der Familie Coigny
und Chéniers Wi-
dersacher um die Liebe Maddalenas, ist zum Rädelsführer der
Revolution aufgestiegen, während
der Dichter wegen seiner Kritik an Robespierres
Schreckensherrschaft verfolgt wird. Und so gera-
ten Chénier und Maddalena ins
Räderwerk der Geschichte, und das Einzige, was von ihrer Freiheit
bleibt ist die Liebe –
und mit ihr die tragische Entscheidung für den gemeinsamen Tod auf dem
Schafott.

Flammender Überschwang der Gefühle
Giordanos Musik, getragen von jähzorniger Begeisterung und flammendem Überschwang der Ge-
fühle, gipfelt in einer Hymne an die Brüderlichkeit, an die Liebe –
und an die Befreiung durch den Tod. Giordano ließ in seine Musik historische Tänze und Märsche aus der Zeit vor der Französi-
schen Revolution genauso einfließen wie bekannte
Revolutions-Klänge, darunter das „Ça ira“ und
die „Marseillaise“. Ergreifende Arien und
atemberaubende Duette verleihen der Oper ihren einzig-
artigen Charakter.

Schirmer, Warner, Fielding, Cunningham
Am Pult der Wiener Symphoniker steht bei André Chénier ein weiteres Mal Ulf Schirmer, der zu-
letzt das Spiel auf dem See Tosca leitete und als Mitinitiator und Spezialist für das
einzigartige
Akustiksystem BOA (Bregenz Open Acoustics) gilt. Es inszeniert der Brite
Keith Warner, für das
Bühnenbild zeichnet sein Landsmann David Fielding
verantwortlich. Die Kostüme stammen von
der Amerikanerin Constance Hoffmann, das
Licht von Davy Cunningham.

„Wie für die Seebühne komponiert!“ David Pountney über André Chénier
Es scheint, als sei André Chénier nur für die Seebühne komponiert worden! Diese Oper bietet die
perfekte Mischung für diesen Ort: eine packende Handlung, Musik von höchster
emotionaler Inten-
sität und vier starke Charaktere, aufgerieben zwischen dem Luxus des
Ancien Régime und der bru-
talen Politik der Französischen Revolution. Im Zentrum steht
der Dichter André Chénier, eine hi-
storische Figur und ein leidenschaftliches Individuum,
das, eigentlich ganz seinem schöpferischen
eist als Dichter zugewandt, vom eigenen
Gewissen dazu gezwungen wird, seine Hand ins Höllen-
feuer der Geschichte zu halten.
Sein Gegenspieler ist Carlo Gérard, einst Diener und nun revolutio-
närer Rädelsführer. Und
da ist die junge Adelige Maddalena, die auf der Flucht vor den Aufständi-
schen ist,
unterstützt von ihrem Dienstmädchen Bersi, die sich als Prostituierte verdingt, um ihrer
Herrin den Lebensunterhalt zu ermöglichen. Giordanos Musik ist Verismo allererster Güte und
treibt den hochspannenden Plot mit atemberaubender Geschwindigkeit voran.
(c) Bregenzer Festspiele

... und dann war da noch der Regen, der am Freitag, den 5. August 2011, nur den ersten Akt
auf der Seebühne zuließ. Auf dem Bild trügt der erste Eindruck: So chaotisch war es bei dem
Umzug in das Festspielhaus nicht
Texte / Fotos: wde
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Teil 5, André Chénier
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