Stuttgart 21 - Ein Milliardenprojekt spaltet eine Region
Die Bundesbahn baut einen neuen Bahnhof und keiner schaut tatenlos zu
Nicht unbedingt das ob, sondern das wie "erzürnt viele Gemüter"
Mit oft "harten Bandagen" argumentieren die Gegner von "Stuttgart 21"

Am 27. März 2011 wird der 15. Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Es ist zu befürchten,
dass der Ausgang der Wahl stark von den Emotionen von „Stuttgart 21“ geprägt sein wird. Das
ist einmal mehr zu bedauern, denn Baden-Württemberg hat sehr viel mehr zu bieten.

Zu einem geplanten Gespräch am „Runden Tisch“ wollen nicht alle Beteiligten kommen, weil
eine Vorbedingung nicht erfüllt wurde, nämlich bis zu den Gesprächen einen Baustopp zu ge-
währen. Das kann ein Zeichen dafür sein, dass es manchen nur um den Krawall, bzw. das
"Tragen der Demos bis zum Wahltermin" genutzt werden soll. Auch persönliche Aversionen
dürfen kein Grund sein, sonst hätten die Beteiligten nicht in die Politik bzw. in öffentliche Gre-
mien gehen dürfen. Ein "Euro-Milliardengrab" oder Stuttgarts Zukunft hängen von dem Bau ab,
so die allgemeine Diskussion.
Der neue Durchgangsbahnhof spaltet die Bevölkerung in der Re-
gion in Befürworter und Ablehner. Der nun begonnene
Abriß von Teilen des unter Denkmal-
schutz stehenden alten Bahnhofgebäudes ist ein für jeden sichtbarer Schritt, der nicht rückgängig
gemacht werden kann.

Wenn Interessierte wirklich den im Moment vorgesehenen Neubau verhindern wollten, hätten sie
schon vor Jahren rechtlich eingreifen müssen. Eventuell hätte bei den Planungen einiges geändert
werden können. Nun hat alles den Geschmack einer politischen Suppe. Leider laufen zu viele
Menschen noch "diesen wässrigen Angeboten" hinterher.

Über das Ausmaß, vor allem auch außerhalb des jetzigen Bahnhofes, kann man allerdings auch
heute noch geteilter Meinung sein. Es wäre interessant noch einmal einige alternative Architektur-
angebote von der Ausschreibung aus Anfang der 90er Jahre anzusehen. Durch die, zugegebener
maßen gut anzuschauende futuristisch neu geplante Bahnhofshalle, sind der Jury wohl die Hor-
mone durchgegangen. "Auf gut schwäbisch: Es hot dene d'r Seier nausg'haue", so ein Ur-
schwabe.
Gab es Alternativen, die die Substanz des unter Denkmalschutz stehenden Bauwerkes,
nicht so radikal beschnitten hätten?
Noch einmal nachdenken gilt für alle Beteiligten - sofort!

Plakative Argumente: Aus Überzeugung und aus kaltem Kalkül
Wer zahlt diesen Aufwand
Auch wenn Oberbürgermeister Dr. Schuster zur
Zeit viel Anfeindungen erleiden muß, er trägt
ganz bestimmt nicht die alleinige Schuld an der
zur Zeit festgefahrenen Situation. Im Gegenteil,
die jetzigen Akteure sind Bahn und Land.
Alle
Beteiligten müssen zur Ruhe kommen und tat-
sächlich mit den anders Denkenden sprechen -
auch ohne Vorbedingung.
Auch wenn "der Zug schon abgefahren" ist,
die Bahn hat mit dem Beginn der Abrißarbei-
ten an der Nordseite des Bahnofs eindeutige,
sichtbare und unwiederbringliche Fakten ge-
schaffen. Auch jetzt kann man, wenn man will,
zu Gesprächen zusammen kommen.
Das waren noch Zeiten, als es Menschen
gab, die miteinander gesprochen und zu-
gehört haben. --- Hören Sie auch heute zu!
Ein Zug fährt ab und rollt ...
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Ein Thema für die nächsten zehn Jahre - mindestens
Texte / Fotos: wde
Stand: 03.09.2010
Eine gute Dokumentation über Stuttgart 21 finden Sie hier
zurüch zur Auswahl